Wie viele Teile bist du wirklich?

Das annehmen bzw. zurücknehmen und integrieren all deiner Wesensanteile macht es erst möglich dich voll und ganz in diesem Leben zu entfalten. Unsere ganze Entwicklung hindurch sind wir dazu angehalten worden, uns anzupassen. Immer wieder wurden wir mit Aspekten konfrontiert, die uns zeigten, dass wir so wie wir sind nicht gut genug sind. Wir haben begonnen diese Teile in uns als falsch zu deklarieren und sie von uns abzutrennen.

Diese Trennung jedoch raubt dir all die Kraft, die du brauchst um GANZ du selbst zu sein.

Das Resultat sind innere Zerrissenheit und äußere Konflikte, weil du nicht wirklich authentisch bist. Du tust etwas gegen deine Gefühlte und gegen den Impuls deines Herzens, weil du dazugehören willst. Du fühlst etwas was sich für dich nicht stimmig anfühlt, kannst es aber nicht benennen und folgst den Vorgaben anderer anstatt deiner Wahrheit zu vertrauen. Wenn du dich auf die Reise zu deinem Herzen begibst werden Schicht um Schicht diese alten Muster an die Oberfläche treten und du wirst einen Teil nach dem anderen wieder zu deiner Ganzheit zurückholen.

Wie viele Teile bist du wirklich?

Die Kriegerin

Vielleicht hat es in deinem Leben eine Zeit gegeben, in der du gegen alles rebelliert hast. Du warst wild und ungezähmt und bereit jeden Tag neue Abenteuer zu erleben. Stand dir eine Gefahr im Weg bist stets mutig darauf zugegangen. Durch deine eigenen Erfahrungen konntest du lernen was dir guttut und was nicht. Bis zu jenem Tag als man dir sagte, dass dies zu gefährlich sei, dass du dich verletzen wirst, dass du andere dadurch verletzt und vor den Kopf stößt. Dir wurde eingeredet, dass es sicherer sei sich anzupassen. Dir wurde erzählt, dass ein Mädchen nicht so wild ist, dass es sich nicht so gebärden soll und eher still und genügsam dem Wort der Älteren zu vertrauen habe.

Hier hast du begonnen dich in Frage zu stellen. Du hast das schleichende Gift von außen in dein System einfließen lassen und langsam aber stetig begonnen deine Wildheit zu unterdrücken. Mit der Zeit wurdest du von einer Löwin zu einer Samtpfote und begannst dich dem Leben anzupassen, doch in dir spürtest du auch, dass du nicht anpassungsfähig zu sein schienst. Deine Ausbrüche wurden weniger aber kraftvoller und mit jedem wuchs die Scham in dir, nicht dem Maßstab anderer zu genügen. Also verbanntest du eines Tages deine Kriegerin -in der Hoffnung- liebevoller und vor allem liebenswerter zu sein/zu werden.

Die Liebende

In der Begegnung mit einem Partner wolltest du deine Liebe zum Ausdruck bringen. Alles in dir begibt sich in die Schwingung der Liebe. Du hast (scheinbar) das langersehnte Ziel deines Lebens gefunden. Du bist in einer liebenden Partnerschaft, in der ihr euch gegenseitig tragt und nährt. Du erkennst dich im anderen und deine Liebe scheint endlos – ewiglich.

Doch eines Tages fällt die rosarote Brille von deiner Nase und du beginnst zu erkennen, was du nicht sehen willst. Du nimmst Macken und Verhaltensmuster wahr, die du so vorher noch nicht gesehen hast. Die kleinsten Kleinigkeiten scheinen dich in deiner Liebe einzuengen. Die gemeinsame Zeit in Zweisamkeit wird ersetzt durch Täter- und Opferspiele in denen einer dem anderen den schwarzen Peter zuschiebt. Du versucht wieder dich anzupassen, glaubst mit dir sei irgendetwas nicht in Ordnung, da eure Liebe zu Beginn doch so groß war.

Etwas scheint auf dem Weg ins Alltagsleben verlorengegangen zu sein. Du versuchst die Wünsche deines Partners zu lesen und sie zu erfüllen und erhoffst dir die Liebe des Anfangs dadurch zurückzuholen. Je mehr du versuchst diese Liebe wieder lebendig werden zu lassen, umso mehr zieht sich dein Partner zurück (oder umgekehrt). Was ist bloß geschehen? Wie konntest du diese Liebe nur verlieren? Und vor allem, was hast du falsch gemacht, welchen Fehler begangen, dass dir diese Liebe nun nicht mehr geschenkt wird? Um jeden Preis versuchst du diese Liebe wieder zu finden und fütterst damit den Teil von dir, der glaubt nicht liebenswert genug zu sein.

Die Mütterliche

In Folge deiner Suche nach Liebe betrittst du den Raum deines verletzten Kindes und dem in deinem Gegenüber. Du beginnst für dein Kind und deinen Partner Mutter zu sein. Du umsorgst alle und jeden, immer in der Hoffnung dafür geliebt zu werden. Du stellst dich den täglichen Herausforderungen des Lebens und meisterst mit Bravour jedes Hindernis.

Dein Leben schenkt dir Sicherheit und Geborgenheit. Doch es ist wie ein eingefahrenes Ritual in dem du dich gefangen fühlst. Ja, du wirst gebraucht. Die Kinder brauchen dich. Dein Partner braucht dich. Und dein Chef ebenso. Du gibst und gibst und doch scheint es nicht genug zu sein, also gibst du mehr und immer mehr. Du engagierst dich in Vereinen, weil dir erzählt wird, wie gut du den Menschen helfen kannst. Du gibst deine Zeit hin für Tätigkeiten, die von anderen gebraucht werden. Immer noch glaubst du dich den Bedürfnissen andere anpassen zu müssen.

Deinen Glauben daran als du selbst liebenswert zu sein, hast du vor vielen Jahren schon begraben. Doch heute -plötzlich und unerwartet- steht er vor deiner Tür und fordert nichts weniger von dir als deine Bereitschaft in den Spiegel deines Herzens zu blicken und die dort vergrabenen Wunden zu fühlen.

Die Alte Weise

Heute begegnest du der alten Weisen in dir, die dich liebevoll und bestimmt auf eine Reise in dein Innerstes schickt. Dorthin wo all die vergessenen Teile deines Selbst so lange schon auf ihre Erlösung warten. Du begegnest der Mütterlichen in dir und darfst erkennen, wieviel Liebe du nach außen gegeben hast OHNE dich selbst zu lieben. Du darfst erkennen wie viele Menschen sich an „deiner Brust“ – von deiner Energie genährt haben ohne, mit dir im Fluss von Geben und Nehmen zu sein. Du fühlst dich leer uns ausgelaugt und beginnst dich nun selber zu nähren.

Das Unverständnis deiner Umwelt lässt dich nur weiter und tiefer zu dir selbst zurückfinden. Und auf diesem Weg begegnest du der Liebenden. Auch sie hast du verstoßen, indem du Liebe im Außen suchtest ohne dich selbst zu lieben. Sie hast du im Wechselspiel der Gefühle des Verliebtseins verloren. Damals, als du anfingst dich in deinem Gegenüber zu verlieren. Heute kannst du sehr genau sehen, wann es geschehen ist und was du dazu beigetragen hast.

Mit diesem klaren Blick auf dein Leben steigt eine Kraft in dir auf die dir so fremd erscheint und die sich doch so vertraut anfühlt. Eine Kraft, die du schon seit Ewigkeiten nicht mehr gespürt hast. Es scheint fast, als würden hier all deine Gefühle von Wut und Zorn zusammenfließen. Beinahe spürst du, wie sich der Boden unter dir auftut und du scheinbar in die Leere des Universums hineinzufallen drohst. Und jetzt tust du etwas, was du dir selbst nicht erklären kannst – oder zumindest dein Verstand kann es nicht erklären.

Du springst.

Du springst in diese Leere hinein und etwas in dir weiß mit 100%-tiger Sicherheit das du jetzt alles verlieren musst um zu dir selbst zurückzukehren. Dein Vertrauen ins Leben ist so dermaßen gewachsen, das es dir leichtfällt, wirklich loszulassen.

Du siehst die Alte vor dir, wie sie dir zulächelt. Die Mütterliche wie sie dich durch ihre Verbundenheit nährt. Die Liebende, die weiß das sie Liebe IST. Und die Kriegerin, die ihre Waffen niedergelegt hat um dem Abenteuer der Wahrheit in sich zu vertrauen.

Mit einem tiefen Atemzug spürst du, wie sich all diese Teile in dir und mit dir verbinden. Du spürst wie sich die Zeiten und Geschichten auflösen und du am Anfang einer ganz neuen Reise stehst. Einer Reise die dich tief in deinem Herzen ankommen lässt und dir offenbart, dass kein Weg den du bisher gegangen bist wertlos war. Denn all diese Wege, all dieses Vergessen hat dich zu der gemacht die du heute bist.

In Liebe. Sirut Sabine…

Ein Kommentar

  1. Liebe Sabine,drei Stationen habe ich in meinem Leben durchlaufen,alle haben viel Kraft gekostet mich aber zu dem gemacht was ich heute bin und keine der Erfahrungen möchte ich missen.Nun reiche ich vertrauensvoll der Alten Weisen meine Hände mit der Gewissheit,dass sie bei mir ist wenn ich springe.Liebe Grüße und Danke für Alles

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