Memories and Mysteries

Da ist sie wieder, und sie schleicht sich leise von hinten an. Doch heute kann die Angst mich nicht mehr überraschen, ich weiß, dass sie da ist, und ich bin gut mit ihr. Lange habe ich mich gefürchtet, lange wollte ich das nicht sehen, was da in mir ist. Und doch habe ich gespürt, genau DA zieht es mich hin. Auf der Suche nach Aufmerksamkeit habe ich mich verloren. In der Stille in mir gefunden, was ich so sehnlich vermisst hatte. Den Kontakt zu meiner Seele. Und auch wenn ich ihn vermisst hatte, so weiß ich, dass er immer da war. Es geht nicht anders, denn sonst wäre ich ja nicht mehr.

Als ich vor einigen Jahren den Film Hüter der Erinnerung gesehen habe, fühlte ich, wie in mir alle jubilierte und rief, ja, DAS bist du, und du wirst die Menschen erinnern. Woran denn bitte? – kam in mir mit einem Schmunzeln die Frage auf. Klar wusste ich woran, und klar war das nicht die Frage. Die Frage war viel mehr, waren die Menschen bereit? Vor allem, was ich bereit? Heute mache ich nichts anderes mehr.

Ich tauche immer wieder in mein Inneres, spüre die Welt um mich herum und übe mich in Stille und Dankbarkeit. Erinnerung ist nicht laut. Und meine Intuition ist eher leise, und doch weiß ich tief in mir, ich bin genau richtig, so wie ich bin und wo ich bin.

Auch wenn ich nicht jede Initiation des Lebens verstehe und diese manchmal so unverhofft auf der Matte stehen, bin ich bereit das zu tun, was ansteht. Und meist ist es ein inneres Aufräumen, dann wieder ein äußeres. Es ist ein hineinfühlen in das was in mir ist, und ein durchfühlen dessen, was sich durch das außen zeigt. Bilder fügen sich zusammen. Ich darf um die Ecke denken und mich immer mehr weiten, um eben auch meinen Blick auf das größere Bild zu weiten.

Und besagtes größeres Bild brachte mir in den vergangenen Wochen immer wieder diese Worte. Hüterin der Erinnerung. Ja es sind Worte und Worte werden in der heutigen Zeit viele verwendet, und jeder deutet sie nach seinem Ermessen, oder anders ausgedrückt, durch seine Filter der Prägung. Mir wird dabei immer klarer, dass es an vielen Stellen keine Worte braucht, und diese eben das innere Empfinden nur annähernd beschreiben können.

Auch wenn ich in meinem Leben immer auf der Suche nach Fragen und Antworten bin, so spüre ich, manches darf unbeantwortet bleiben, zumindest in Worten, denn in mir kann ich oft die Antwort fühlen, für die es keine worte gibt. Es ist ein Mysterium in mir, wie eben im Leben auch. Kreisläufe des Lebens schließen sich, wandeln sich, enden und beginnen von vorne. Für mich war es immer essenziell, da nicht in der gleichen Runde nochmal mitzulaufen, auch wenn ich es an vielen Stellen im Leben so gemacht habe. Hier und heute weiß ich um die Momente, wo ich sozusagen auf die nächste Ebene gewechselt bin. Auch wieder Wörter, die nur ansatzweise meine Gefühle beschreiben. Für mich ist diese nächste Ebene nichts besonderes mehr, das war es früher. Heute spüre ich, dass sie mich einfach mehr zu mir selbst führt, und zu der Verbundenheit mit dem Leben, die ich schon so lange in mir fühle.

Auch wenn ich es schon oft gesagt habe, so möchte ich es hier auch noch einmal zum Ausdruck bringen. Es geht nicht mehr um höher und weiter, für mich geht es mehr denn je darum, tiefer in mir anzukommen und alles aufzuräumen was nicht im Plan meiner Seele schwingt. Und da ich den Plan meiner Seele auch nicht umfassend kenne, so weiß ich, dass dies ein längerfristiges Projekt sein wird, und ich damit im Frieden bin.

Also nehme ich hier still in mir ruhend und doch kraftvoll meinen Platz ein, erinnere mich an die Wunder des Lebens in mir und um mich herum, spüre meine Angst und nehme sie an der Hand, denn sie könnte sich ja auch fürchten und nicht wissen was noch so kommt. Ich atme tief ein und aus und spüre diese Freiheit in mir, die Liebe meiner Seele und dass alles richtig ist, wie es ist.

In tiefer Liebe zu allem Leben.

Sirut Sabine

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