Bewusstsein

Ich habe einen Traum

Ich habe schon seit meiner Kindheit einen Traum. Und so oft habe ich ihn vergessen. So oft war anderes wichtiger. Als mir gerade beim Lesen von Paulo Coelhos Buch Der Alchemist bewusst wurde, wie oft ich mich im Außen verloren habe, kommen mir die Tränen.

Schon als Kind haben mich Pferde magisch angezogen. Ich erinnere mich noch, wie oft ich beim Spielen zum anderen Ende meines Wohnortes gewandert bin, um einfach an der Pferdekoppel zu sitzen. Dann wollte mir ein Onkel ein Haflingerfohlen schenken, doch meine Eltern lehnten ab. Ich war zutiefst traurig und verstand die Welt nicht mehr.

Eine neue Chance bot sich, als es darum ging eine Berufswahl zu treffen. Pferdewirtin – oh ja, das wäre ich so gern geworden. Den ganzen Tag im Stall. Den ganzen Tag von Pferden umgeben. Mein Herz leuchtete bei dem Gedanken und brach ebenso schnell entzwei, als ich diesen Weg nicht wählen durfte, weil eben die finanziellen Mittel fehlten und ich ziemlich weit weg von Zuhause sein würde. Stattdessen lernte ich Friseurin – das bot sich hier am Ort an.

Mit diesen neuen Herausforderungen und dem, was das tägliche Leben so serviert habe ich um den Traum getrauert und ihn auch irgendwie vergessen. Und doch ist er immer noch da – nie weg gewesen. Denn ganz egal wo ich hinkam, wo ich unterwegs war, ich sah die Pferde am Straßenrand.

Was folgte war eine Zeit, in der ich mein Herzblut anderen Träumen schenkte. Zwar war es nie ein Herzenswunsch von mir, Kinder zu haben, doch eines Tages war es dann doch soweit, dass meine Tochter das Licht der Welt erblickte. Eine neue wundervolle Zeit begann, und auch mit ihr habe ich oft Orte besucht, an denen Pferde oder zumindest Ponys zu finden waren.

Wie es bei Mädchen eben so ist, kommt irgendwann der Wunsch reiten zu lernen – so auch bei meiner Tochter. DA war es wieder ganz nah – mein Traum. Ich spürte, dass dies eine Möglichkeit war, einen Teil davon „nachzuholen“ oder eben neu zu erleben. Also meldete ich mich mit ihr gemeinsam zum Reitunterricht an. Ich liebte diese Zeit. Es war zwar zu beginn etwas komisch, ich als Erwachsene da zwischen den Kindern, doch das legte sich sobald ich auf dem Pferd saß.

Ich wusste, so konnte ich dem Kind in mir einen tiefen Herzenswunsch erfüllen. Auch wenn ich den Gedanken an ein eigenes Pferd weit weg schob, denn dies hätten wir nicht mal eben im Garten unterbringen können, wie einen Hund oder eine Katze.

Die Zeit verging und der Reitstall schloss. Wieder kam diese tiefe Traurigkeit ein Stück an die Oberfläche. Ich versuchte hier und da noch einmal privat reiten zu können, doch dies verlief sich schnell im Sande. Neue Begegnungen und neue Wendungen des Lebens forderten mich dazu auf, älteren Themen meines Lebens die Aufmerksamkeit zu schenken. Hinzu kam, dass die Trennung von meinem Mann bevorstand und ich mich auf der Suche nach dem Sinn meines Lebens erst einmal auf mich selbst besann.

Trost fand ich in der Natur, und wie sollte es anders sein, wenn ich auf meinen Spaziergängen einem Pferd begegnete, eben auch dort. Es war als versuchte ich einen Schmerz mit einem anderen zu heilen – wird mir gerade so bewusst. Wie dem auch sei, ich folgte meinem Herzen und diese Sehnsucht nach einem Pferd verstummte für eine geraume Zeit.

Was ich jedoch SEHR spannend finde, dieser Traum, dieser Herzenwusch taucht immer wieder auf. Sei es nun, dass ich ihn als einen der 13 Wünsche in den magischen Rauhnächten verbrannt habe, oder wie das Titelbild zeigt, als Ausschnitt von meinen Vision-Bord für 2019.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal zum Buch zurückkommen. Mir wurde durch das Lesen eben auch klar, dass ich in vielen Fällen Ausreden benutze, um nicht an den Schmerz erinnert zu werden, den dieser unerfüllte Traum in mir zum Vorschein bringt. Auf der anderen Seite habe ich mich an vielen Stellen meines Lebens auch bewusst dagegen entschieden, weil ich Angst vor der Verpflichtung und Verantwortung hatte, die so ein Tier mit sich bringt.

Ich weiß grad nicht, was mehr schmerzt – die Sehnsucht nach diesem unerfüllten Traum, oder die Erkenntnis, dass es IMMER in meiner Hand lag, mich dafür zu entscheiden, anstatt dagegen.

Es kommt so oft vor, dass wir uns aus Angst, Unsicherheit oder anderen Gründen gegen uns selbst entscheiden, weil eben mit einer Entscheidung für uns, auch wir selbst die Verantwortung tragen müssten. UND wir können niemanden verantwortlich machen, wenn es denn doch schief geht.

Als ich die Entscheidung zur Trennung meiner langjährigen Ehe fasste, hatte ich ja auch keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Und dennoch bin ich diesen Weg gegangen.

Ebenso könnte es mit einem Pferd sein. Ich weiß nicht, wie der Weg aussieht, wenn ich ihn nicht gehe. Auch das ist meine Entscheidung. Gehen oder bleiben. Und manchmal ist bleiben zwar schmerzlicher und doch irgendwie leichter, weil ich eben anderen die Schuld in die Schuhe schieben kann. Jedoch ist es so, dass wenn du wie ich allein bist, eben auch niemand außer dir selbst da ist, dem du etwas in die Schuhe schieben kannst. Auch eine Erkenntnis, die schmerzlich sein kann, gerade in Momenten, wo sich eben ein Traum wieder zeigt.

Ich weiß nicht, ob oder wie ich für mich eine Entscheidung finde, oder wohin mein Weg mich führt. Ich folge dem Weg. Ich gehe achtsam Schritt für Schritt, und schaue, was sich am Straßenrand zeigt. Mir ist durchaus bewusst, dass meine Seele einen größeren Plan verfolgt, und ich eben nicht das ganze Bild sehen kann. Daher habe ich mich für Vertrauen entschieden, und dafür mutig zu sein und meinen Traum immer wieder in meinem Herzen zu bewegen.

great blessings

Sirut Sabine

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