Erinnere dich an die Frage und erkenne die Antwort

Er wusste nicht wo er war, oder wie lange er schon unterwegs war. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Eine Ewigkeit bestehend aus Äonen von Momenten. Einige davon waren ihm in lebhafter Erinnerung, an andere wollte er sich nicht erinnern. Und dann gab es noch die Momente, die er gerne erinnern wollte, die sein Bewusstsein jedoch nicht preisgab.

Er konnte sich auch nicht mehr daran erinnern, wann diese Reise einst begonnen hatte. Er wusste nur noch, dass es eine Reise war. Doch wohin und zu welchem Zweck? Ratlos und etwas verunsichert blickte er sich um. Er fühlte sich wabernd, wie die Nebelsuppe, die ihn einhüllte. Da war kein Weg zu sehen. Weder Steg noch Strauch. Nichts außer waberndem weißen Nebel. Zum Glück ist es hell und ich kann wenigstens den Nebel sehen – dachte er. Nebel und Dunkelheit erschienen ihm so viel düsterer.

Wo kommst du denn her? – hörte er eine Stimme aus dem Nebel. Ach, der letzte schöne Moment, den ich erinnere, war der tropische Regenwald. So eine Farbenpracht habe ich noch nie gesehen, antwortete er und wunderte sich im gleichen Moment, woher die Stimme kam. Und du woher kommst du? – fragte er zurück. Es schien keinen Unterschied zu machen, ob er nun wusste, wem die Stimme gehörte, oder ob sie antwortete, er wollte sich einfach nicht mehr so alleine in dieser Nebelsuppe fühlen.

Ich komme aus Australien. Es ist so ein heißer und zugleich wundervoll roter Kontinent. Doch ich konnte nur kurz dort bleiben – die Hitze, du verstehst? Er verstand nicht wirklich, hörten sich die Erzählungen doch spannend an. Er selbst hatte diese rote Erde erst einmal ganz kurz gesehen, und auch nur wie durch einen Nebel hindurch – erinnerte er sich gerade noch.

Weißt du wohin die Reise hier geht? – wollte er von der Stimme wissen, doch sie antwortete nicht mehr. Ein bisschen traurig sann er über seine letzte Reise nach. Der Regenwald, oh ja, diese Farbenpracht. Dann fiel ihm ein, er war ja auch schon in den Bergen. In Eis und Schnee und er fühlte sich dort so richtig in seinem Element. Funkelnde und glitzernde Eiskristalle und Schneesterne – oh wie er diese Einzigartigkeit liebte. Seine Erinnerung ging mit ihm durch und er sah in der Nebelsuppe lauter glitzernd leuchtende Punkte.

Als er die Augen für einem Moment schloss, sah er ein Bild vom schottischen Hochland. Weite grüne Wiesen, prachtvolle und sanfte Hügel. Wie gerne wäre er nochmal dort. Doch auch da – so konnte er sich erinnern – war ab und an Nebel. Und diese Erinnerung brachte ihn auch schon wieder zurück in seine jetzige Situation.

Wenn ich nur wüsste, wo ich hier bin? Wenn ich nur eine leise Ahnung davon hätte, wo der Weg entlang geht? Leise zogen erste Schleier der Verunsicherung in ihm auf. Er stellte sich wieder diese Frage, die schon so oft in ihm auftauchte, und auf die er bisher keine Antwort gefunden hatte. Das was er wusste war, dass die Reise schon ziemlich lange andauerte, da er auch den Abschied von Zuhause nicht mehr in Erinnerung hatte.

Gerade in dem Moment als er in eine weitere Woge der Traurigkeit ob des verlorenen Zuhauses einsinken konnte, ertönte ein ohrenbetäubender Donner. Mit einem Mal zuckten wilde Blitze um ihn herum und er wusste nicht, wohin er zuerst hüpfen sollte, um nicht getroffen zu werden.

Ein Unwetter – das hatte ihm gerade noch gefehlt. Doch er wusste auch, dass bei Regen der Nebel verschwindet. Leise stieg Hoffnung in ihm auf, als er vor dem nächsten Blitz zur Seite sprang. Das Grummeln und Donnern wurde immer lauter, er glaubte beinahe, neben dem Trommler zu stehen, oder gar selbst die Trommel zu sein.

Wenn ich noch länger hier bleibe, wir mich so ein wilder Blitz bestimmt noch treffen – überlegte er aufgeregt. Was wäre die Lösung? Welche Möglichkeit gibt es hier für mich, da ja der Nebel auch weiterhin undurchdringlich ist? Während er noch nach einer Antwort suchte, streifte ihn beinahe ein Blitz. Er konnte gerade noch zur Seite springen.

DAS ist es. Springen. Doch wohin werde ich fallen? – Er erinnerte sich, wie er schon öfter einmal gesprungen war, in kleineren weniger heftigen Gewittern – so schlimm war das nicht, und er war auch immer gut gelandet.

Er fasste sich ein Herz und sprang. Er spürte, wie er durch die Nebelsuppe glitt, und wie diese sich lichtete. Mutig warf er einen Blick nach unten und konnte nur die wilden Wellen eines Ozeans sehen.

Als er genauer schaute, waren da sehr viele neben ihm. Einige unsicher oder ängstlich, andere voller Freude.

Was geht denn hier ab? – fragte er laut.

Du weißt es nicht? Du kannst dich nicht erinnern?

Mach dir nichts draus, gleich wirst du es wissen.

Spüre tief in dich hinein und lausche der leisen Stimme, sie sagt es dir.

In dem Rauschen, was lautstark um ihn war, versuchte er nach innen zu lauschen.

…ause.

er lauschte genauer, öffnete sich noch mehr.

Jetzt konnte er das Wort gut hören. Zuhause.

Gerade als er noch einmal nachfragen und nachspüren wollte, tauchte er tief in den Ozean ein.

Er brauchte nicht nach Luft schnappen. Er wusste, dass er nicht ertrinken würde.

Mit einem Mal wusste er, er war ein Wassertropfen, der seinen Weg Nachhause gefunden hatte.

great blessings

Sirut Sabine

Sinn-Finderin, Seelen-Erinnerin, Herz-Öffnerin

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

BE YOURSELF – denn nur so kannst du dein Leben leben

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