It´s all in Time

Alles geschieht zum richtigen Zeitpunkt. Es gibt keinen Grund ungeduldig zu werden.

Das sind ja genau die passenden Worte für eine ungeduldige Seele wie ich es bin. Und vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, du stehst da, bist bereit für den nächsten Schritt, und nichts geschieht. Nichts zeigt sich. Keine Richtung. Kein Impuls. Alles was helfen könnte ist „abwarten und Tee trinken“, und genau das macht dich noch zappeliger.

Wenn du dir wie ich die Grundangst Ungeduld für dein Leben gewählt hast, wirst du nicht umhinkommen, die Geduld kennenzulernen. Und es ist innerlich ein ziemlicher Spagat zwischen Geduld und Ungeduld. Doch was treibt dich so an? Was ist es, was mich so ungeduldig sein lässt?

Ist es die Angst zu spät zu kommen? Die Angst nicht alles in diesem Leben zu schaffen? Die mitgebrachten Aufgaben nicht alle erledigen zu können? Mit der Ungeduld ist das so eine Sache. Sie versucht das Gras zu ziehen, damit es schneller wächst. Dass Wasser anzuschieben und die Wolken weiter zu pusten. Der Ungeduld zu begegnen kann durchaus schmerzhaft sein. Die Ungeduld stellt dich immer wieder auf eine harte Probe. Sie bringt dich innerlich immer in Berührung mit der Frage: Hab ich auch alles?

Die Angst etwas zu vergessen, im wichtigen Moment nicht die passenden Worte zu finden, den Termin zu versemmeln, all das sind Aspekte der Ungeduld. Meist bist du bei einem Termin zu früh dran, oder du hast jede Menge Zettel mit Stichpunkten, die dir bei deinem Auftritt dann aus der Hand fallen. Die Ungeduld macht dich nervös, wenn der Zug Verspätung hat.

Und wenn du so bist wie ich, dann kommt dir im Gegenzug der Satz: Immer mit der Ruhe durchaus leicht von den Lippen, und dennoch verbirgt sich dahinter eine gewisse Angespanntheit. So ganz mit der Ruhe geht vieles nicht, wenn du die Urangst Ungeduld mit in dieses Leben gebracht hast. Innerlich bist du immer auf dem Sprung, um dem nächsten Ziel möglichst nahe zu sein. UND du bist selbst bei einem neuen Ziel SEHR gut vorbereitet, denn du arbeitest vor. Du informierst dich über all die Dinge die auch nur den Hauch eines Interesses in dir berühren. Du sammelst Informationen über Gott und die Welt, und bist somit gut informiert – in den Dingen, die dich interessieren.

Oft ist es allerdings auch so, dass dich dieses oberflächliche Geplänkel nicht interessiert. Dein Interesse liegt oft in tieferen Themen, in tieferen Schichten. Du möchtest wissen, wie die Welt funktioniert. Ich auch. Und mit der Ungeduld ist das manchmal nicht so einfach, denn die Zyklen der Welt folgen einem anderen Rhythmus. Einem, dem die Ungeduld nur ungeduldig folgen kann. Und da sich gerade in der heutigen Zeit alles immer schneller bewegt, sind wir zwischendurch einmal versucht die Zeit anzuhalten. Mir geht es zumindest so. Manchmal spüre ich einen Teil in mir, der so gar keine Lust mehr auf diese Hetzerei hat. Einen Teil, der einfach nur ausruhen möchte. Und ist dieser Gedanke gedacht, taucht sofort wieder die Ungeduld auf und erklärt, was es noch so alles zu entdecken gibt.

In gewisser Form schürt die Ungeduld den Forschergeist. Nämlich in dem Maß, dass sie immer wissbegierig ist und neue Themen und Möglichkeiten erforschen möchte. Allerdings wird so ein zu erforschendes Thema auch ziemlich schnell langweilig, und zwar in dem Momente, wo es darum geht das ganze einmal über längere Sicht zu betrachten. Schwupp, ist die Ungeduld zur Stelle und flüstert von den nächsten Abenteuern.

Wenn ich mir die Natur betrachte, und wie alles diesem ewigen Zyklus von wachsen und verändern unterworfen ist, kann ich spüren, wie alles einen Sinn ergibt. Da kann ich dann auch spüren, dass es für alles eine Zeit gibt. Im Frühling beginnt der Apfelbaum in meinem Garten neue Blüten zu bilden, die dann wenn die Sonne wärmer wird wie durch Zauberhand fast alle in nur wenigen Tagen aufgehen. Der Apfelbaum strahlt übervoll in einem weißen Blütenkleid und die Bienen summen darin herum.

Mit den Frühlingsstürmen werden die Blüten davongetragen und der laue Wind stobt durch ein Blüten-Schnee-Gestöber. Einige Zeit später kann sich dort wo die Blüten sich zeigten die ersten kleinen Äpfelchen erkennen. Der Frühling zieht ins Land und die Äpfelchen wachsen. Einige, oder auch viele von ihnen, fallen schon sehr früh vom Baum, und die verbleibenden werden immer größer. Mitten im Sommer sind sie dann reif, saftig und zuckersüß. Ohne dass ich etwas habe tun müssen, schenkt mir der Apfelbaum seine Früchte.

All das weiß ich, und tief in mir ist so viel Dankbarkeit darüber, dass sie kaum Worte findet, Und doch führt meine Ungeduld dazu, dass ich schon einige Zeit bevor die Äpfel wirklich reif sind davon nasche. Ob dies die Angst ist, später keine mehr abzubekommen?

Die Kreisläufe der sichtbaren Natur sind ein wundervoller Spiegel für das, was in dir und mir so abläuft. Doch mit der Grundangst Ungeduld ist es nicht immer leicht, all dies umzusetzen. Ich nun bin auf dem Weg meiner Grundangst immer wieder zu begegnen, und seit sie mir bewusst ist, wird dies auch zunehmend einfacher. Leichter nicht unbedingt, da ich ja eben ziemlich ungeduldig bin und mit einem Fuß meist schon beim nächsten Schritt, bevor überhaupt einmal beide Füße Zeit hatten, nebeneinander zu stehen um diesem prachtvollem Apfelbaum zu begegnen.

great blessings

Sirut Sabine

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© Sirut Sabine Haller

2 Kommentare

  1. Danke für deinen Artikel, der für mich zur richtigen Zeit kam. Auch ich bin in Dingen, die mich und mein Weiterkommen betreffen, sehr ungeduldig. Oftmals geht die Ungeduld in Angst, bei mir in Existenzangst, über.
    Ruhe, ich sehne mich mehr denn je nach Ruhe. Aber die Ungeduld lässt nicht locker, denn wenn ich nichts mache, verpasse ich eventuell meine Chance, auf die ich doch so lange schon warte.
    Gestern fuhr ich bewusst langsam hinter einem LKW her, obwohl ich locker hätte überholen können. Ich wäre reichlich 10 Minuten eher an meinem Ziel gewesen. Aber nein, in dem Moment zwang ich mich zur Lansamkeit. Mir war auch völlig egal, was die Autos hinter mir denken könnten. Ich ging einfach vom Gaspedal runter.
    Das müsste ich mit meinem Leben auch machen, jedoch gibt es unzählig „aber“, „musst“, „sollst“ und „könntest“, die mich von dieser Erkenntnis wegtreiben.
    Nochmal danke für deine Zeilen.
    Viele Grüße
    Michaela

    • Liebe Michaela, ja, das mit dem hinter einem LKW fahren mache ich auch manchmal. Es zeigt auch mir, dass ich dennoch da ankomme wo ich hin will.
      Es freut mich, wenn dir meine Worte dir heute weiterhelfen. Sie waren so spontan da … und ich spürte, dass es Zeit ist das einmal so zu schreiben.
      Herzensgrüße
      Sirut Sabine

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