Die Angst vor der Entscheidung

Wir treffen täglich unendlich viele Entscheidungen, wie kann es da sein, dass wir uns vor manchen Entscheidungen so fürchten?Wieso hat sich dieser Gedanke, mit einer Entscheidung das nicht gewählte zu verurteilen, so in unseren Köpfen festgesetzt?

Wir überlegen oder hinterfragen nicht, welche Kleidung wir heute tragen, welche Schuhe dazu passen, was es zu den Mahlzeiten gibt, wie wir unseren Tag gestalten wollen. Dies alles sind ALLES Entscheidungen die wir treffen. Entscheidungen für das Kleid, für die passenden Schuhe, das gesunde Frühstück, den Termin, den Besuch bei der Freundin.

Es gibt vieles von dem wir entscheiden, dass es in unserem Leben sein darf, doch wenn es darum geht, zu entscheiden, was so nicht sein sollte, tun wir uns oftmals schwer. Wir glauben all zu oft, eine Entscheidung für etwas, einen Weg, eine Ansicht, einen Menschen, sei ein Urteil gegen etwas.

Zugegeben hilft uns die Dualität die Unterschiede zu erkennen, sie lässt uns über unser Gefühl erkennen, was uns gut tut, in Form von schönen, positiven Gefühlen, und was uns nicht gut tut, in Form von Schmerz, Angst und negativen Gefühlen. Doch können wir uns wirklich darauf verlassen, wenn wir eine Entscheidung treffen? Sind diese Aussagen unseres Körpers wirklich richtig, und helfen sie uns wirklich dabei, eine Entscheidung zu treffen?

Ich glaube ja, dass dieses ganze Entscheidung, Entscheidungsfreiheit und die Urteile darüber ob wir richtig oder falsch entscheiden könnten, über einer unerträglichen Angst liegen. Darunter verborgen ist die Angst davor, etwas falsch zu machen. Die Angst mit der Entscheidung ein Urteil über sich selbst zu fällen, und die Liebe und Zuneigung anderer zu verlieren. Und die Angst davor nicht mehr geliebt zu werden, nicht gesehen zu werden in seinen ganzen Bedürfnissen. Wenn die Menschen, denen wir uns nahe fühlen, unsere Entscheidung als Urteil gegen sich empfinden, fühlen auch wir uns ausgegrenzt und ausgestoßen. Die größte Angst jedoch ist die Selbstverurteilung, die aus Angst davor entsteht, den Weg Nachhause – zurück zu Gott – nicht mehr zu finden.

Entscheidung für etwas = Urteil gegen etwas – Ist eine Entscheidung wirklich auch immer ein Urteil, oder bewerten wir da nicht zu hoch?

Unser Glaube daran, dass eine Entscheidung für etwas, ein Urteil gegen etwas ist, und dass wir für dieses „gegen etwas sein“ verurteilt oder gar bestraft werden, macht uns nicht nur zu schaffen, es lässt uns in eine Angststarre fallen, in der wir dann keine klare Entscheidung mehr treffen können. Die Angst davor, vor Gott, oder dem Allerhöchsten Geist, oder Quelle, in Ungnade zu fallen rührt von unserem Vergessen darüber, dass wir gerade wegen dieser Entscheidungsfreiheit hierher gekommen sind. Es ist die Angst davor, dass der Auftrag, den wir uns mitgebracht haben gehörig in die Hose geht, wenn wir eine falsche Entscheidung treffen. Die Angst, vor der Erkenntnis, nicht jeden Winkel der menschlichen Existenz voll ausgeschöpft zu haben, und dann im Nachhausekommen vor Gott dazustehen und erklären zu müssen, wieso nicht alle Aufgaben erfüllt wurden. Es ist die Angst, vor einem strafenden oder zumindest bewertenden Gott.

Ein Trugschluss ist es zu glauben, dass es richtige oder falsche Entscheidungen gibt. Dieser Gedanke ist ein Gedanke des Ego und der vielen Verletzungen, die wir in diesem und vielen anderen Leben erfahren haben. Ein Trugschluss, der dir einredet, dass du die Liebe deiner Mutter damit erlangen kannst, dass du so bist, wie sie dich haben möchte. Und ein Trugschluss, dass dein Vater stolz auf dich ist, wenn du hart für deinen Weg arbeitest, keine Gefühle zeigst und immer versuchst an die Spitze zu kommen. Jede Entscheidung stellt dich gefühlt vor die Wahl zwischen der erwarteten Liebe von Mutter/Vater oder deiner eigenen Autonomie. Und solange das innere Kind in dir noch diese Verletzungen trägt, wird es schwer sein wirklich klare Entscheidungen zu treffen.

Sei dir jedoch auch bewusst darüber, dass jede Entscheidung ein Weg ist, auf dem du neues lernen und erleben kannst. Eine Möglichkeit deiner Seele neues Wissen hinzuzufügen, neue Bekanntschaften zu machen, ja, und eben auch dich selbst immer tiefer kennenzulernen. Und von daher glaube ich, dass es nicht wirklich falsche Entscheidungen gibt.

Zur Bedeutung des Wortes Entscheidung/Entscheidungsobjekt findest du bei Wikipedia u.a. folgendes:

Entscheidungsgegenstand: Eingehen oder Beenden einer sozialen Beziehung

Konsequenzen: Entscheid zu Veränderung von sozialen Beziehungen mit inhärenter Veränderung künftiger Entscheidungssituationen.

Betrifft, Betroffene: Soziale Dynamik.

Beispiel: Kontaktaufnahme, -vertiefung, -abbruch zu anderen Entscheidungsträgern mit Bildung einer Dyade bzw. einer Gruppe. Kontaktanbahnung, Annahme einer Offerte, Schließen eines Vertrages, Eintritt oder Austritt aus einer Kooperationsbeziehung

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Entscheidung eben sehr gern auch mit Urteil gleichgesetzt. UND so ein Urteil, ob nun selbst gefällt, oder wenn andere dich verurteilen, ist immer schmerzhaft.

Hast du schon einmal tiefer über die Bedeutung der Vorsilbe ent- nachgedacht?

Die Vorsilbe ent- drückt aus, dass eine Sache weggenommen oder von einer anderen Sache befreit wird.

Du wirst von einer Last befreit – Entlastung.

Spannungen gehen zurück – Entspannung.

Ein Schleier (Hülle) wird abgenommen – Enthüllung (ent-Täuschung – das Ende einer (Selbst)Täuschung)

Wenn mit dem ent- etwas weggenommen wird, und das Wort Scheidung ja, Trennung bedeutet, könnte man doch zum Schluss kommen, dass mit einer Entscheidung zwei oder mehr Dinge wieder zusammengeführt werden. Dass sozusagen, die Trennung aufgehoben wird.

Scheidung = Trennung – Ent-Scheidung = Teile zusammen fügen.

Jedoch bleibt die Frage, wieso uns manche Entscheidungen eben so unsagbar schwer fallen?

Oft wissen und spüren wir innerlich sehr genau, was uns schadet und was uns nährt. Und dennoch fehlt, aus Angst, die ent-scheidende Zutat, nämlich der Mut. Es ist wie schon gesagt, unsere Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst, die Menschen die wir (eigentlich) lieben zu ent-täuschen, die Angst, vor Gott, dem Allerhöchsten, der Quelle in Ungnade zu fallen, UND die Angst davor, nicht zu wissen, welche Auswirkungen unsere Entscheidung haben wird.

Möglicherweise sind es eben auch diese vermeintlichen Auswirkungen, die uns Angst machen, die unsere ganze Welt auf den Kopf stellen, und die so absolut NICHT vorhersehbar sind. Das kleine Ego mit den Geschichten, die es sich für unser Leben ausgedacht hat, glaubt Macht zu besitzen, und diese eben dann zu verlieren, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss. Es glaubt zum einen, dass dieser neue Weg zwar sehr vielversprechend ist, und erzählt uns im Gegenzug, welche „Vorteile“ wir hätten, wenn wir ihn nicht gehen. Es fährt alle Möglichkeiten auf, dir die Unsicherheiten, Ängste und Gefahren darzulegen, die eine Entscheidung mit sich bringen würde.

Mit dem Ego allein mit seinen hätte, könnte, würde, kannst du keine Entscheidung treffen. Da gehört viel mehr dazu. UND uns allen steht diese „mehr“ zur Verfügung, nur haben viele es vergessen, oder auch hier wieder, Angst davor. Dieses „mehr“ sind all die Teile, die du bist.

Körper, Geist und Seele heißt es doch immer so schön, und doch ist dies nur die Spitze des Eisberges. DU bist viel mehr. Da gibt es innere Mitspieler, Ahnenmuster, Gruppenbewusstsein und einiges andere, was dich bei deinen Entscheidungen entweder unterstützt oder behindert. Der erste Schritt für eine Veränderung – für eine Entscheidung – sollte der sein, dass du dir selbst die Erlaubnis gibst, dich an all die Teile zu erinnern, die du bist. Naja, vielleicht ist das für schnelle Entscheidungen nicht unbedingt einfach, und doch wird sich etwas verändern, wenn du dir diese Gedanken erlaubst.

Wenn dir klar wird, dass eine Entscheidung für dich kein Urteil bedeutet, und schon gar keins gegen dich, lockert sich der Griff der Angst und du kannst beginnen, die Teile die du bist wieder zusammen zu bringen. Dann braucht es die Angst vor Ent-scheidungen nicht mehr, dann kannst du ihre Kraft nutzen und den Mut finden, der dich auf deinen Weg zurück zu dir führt.

great blessings

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

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