spirituelle Suche – Sucht oder Flucht

In meinem Blog, und in meiner ganzen Arbeit, ja meinem Lebensweg überhaupt, spreche ich immer wieder von der Verbindung mit dem Höheren Selbst. Von der Erinnerung an Gott. Von der Suche nach der inneren Wahrheit. Doch was ist diese Wahrheit überhaupt? Ich spreche vom getragen und genährt sein von Mutter Erde. Und von der Rück-verbindung (re-ligio) mit allem Lebendigen.

Wie kann ich sie entdecken, ohne mich in unendlichen Sphären abgehobener Esoterik zu verlieren?

Zu Beginn möchte ich gerne zwei Worte definieren: Spiritualität und Esoterik.

Spiritualität ist für mich all das, was mich wieder mit meiner Essenz rück-verbindet. Das ist es auch, was das Wort Re-ligio-n eigentlich beinhaltet. Für mich ist es die Suche nach der Erinnerung an meine Heimat – meine Seelenheimat, die ich in Gott habe. Gott – auch ein Wort was über die Jahrtausende mit den unterschiedlichsten Bewertungen belegt wurde. Du kannst es ersetzen durch „den Allerhöchsten Geist“, „das All-Eine“, „Das universelle Wissen“, „das Licht der Liebe“, wie immer du auch für dich dieses Göttliche benennen möchtest.

Wikipedia schreib zu Esoterik folgendes:

Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgriechisch ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne „Geistigkeit“ und bezeichnet eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit. Während Religiosität die Ehrfurcht vor der Ordnung und Vielfalt in der Welt und die Empfindung einer transzendenten Wirklichkeit meint beinhaltet (religiöse) Spiritualität zudem die bewusste Hinwendung und aktive Praktizierung einer als richtig angesehenen Religion oder Weltanschauung.

Esoterik Die Religionswissenschaft beschreibt und klassifiziert verschiedene Formen religiöser Aktivität, die sie als Esoterik zusammenfasst. Die Geschichtswissenschaft befasst sich hingegen mit bestimmten Strömungen der westlichen Kultur, die gewisse Ähnlichkeiten aufweisen und historisch miteinander verbunden sind. Im populären Sprachgebrauch versteht man unter Esoterik vielfach „Geheimlehren“. Ebenfalls sehr gebräuchlich ist der Bezug auf „höhere“ Erkenntnis und auf Wege, welche zu dieser führen sollen. Des Weiteren wird das Adjektiv „esoterisch“ häufig abwertend im Sinne von „unverständlich“ oder „versponnen“ verwendet.

Die heroische Sinnsuche

Auf der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens triffst du auf die unterschiedlichsten Richtungen und Meinungen. Viele Ratgeber im Außen meinen es wirklich gut mit dir, und dennoch musst du selbst deinen ganz persönlichen Weg finden. Es gibt unzählige Mythen und Geschichten, die sich mit der Sinnsuche beschäftigen. Parzival suchte den heiligen Gral, andere ihr Glück. Die sumerische Göttin Inanna suchte ihre Liebe und musste ihrer Schwester Ereschkigal in die Unterwelt folgen. Jede dieser Sinnsuchern wird von einem Abstieg in die Dunkle Nacht der Seele begleitet. Und nicht selten ist ein äußerer Schicksalsschlag der Beginn einer solchen Reise.

Doch was ist es, was der Sucher dort zu finden erhofft? Antworten auf das Leben? Ein neues Verständnis wie Leben funktioniert? Oder einfach den Grund seines Lebens?

Die Fragen mögen wie die Antworten sehr individuell ausfallen, und doch ist der ausschlaggebende Faktor meist eine innere unbegründete Sehnsucht. Ein Hauch einer Erinnerung, dass Leben mehr ist, als nur reine Existenz hier auf Erden. Ein tiefe Sehnsucht nach Liebe, die im Außen nicht gefunden werden kann, lässt den Sucher eines Tages den Weg nach Innen gehen.

Es gibt jedoch auch einige Hindernisse, sozusagen Prüfungen auf dem Weg der spirituellen Suche. All zu oft haben sich die heroischen Ziele und auch die Ängste davor als Ausweichmanöver herausgestellt, die eine verletzte Seele pampern, ohne die Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen.

Die Bewusststeinsstufen (ich bin weiter als du)

Es spielt keine Rolle, wie lange du schon auf deinem spirituellen Pfad unterwegs bist, oder welche Techniken, Lehren oder Übungen du schon gelernt hast. Jede Seele lernt individuell und das Leben gibt immer wieder Möglichkeiten, das Gelernte auch anzuwenden. Sehr leicht kannst du dabei in eine Art Bewertung hineinfallen, die dich glauben lässt, andere wären noch nicht so weit wie du. Oder sie würden dich nicht verstehen, weil sie sich eben nicht mit ihrem Inneren auseinandersetzen. Leicht verfällt man hier in spirituellen Hochmut, der nichts mehr mit der Sinnsuche des Lebens zu tun hat. Und da in vielen Traditionen und Lehren ja davon gesprochen wird, die Bewertungen abzulegen, bist du hier plötzlich mittendrin.

Was jedoch sehr hilfreich sein kann ist, die Ebenen des Bewusstseins zu kennen. Durch die Arbeit von Dr. David Hawkins lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie die emotionalen und gedanklichen Ebenen das Bewusstsein beeinflussen. Nicht jeder der in der Liebe schwingt IST diese Liebe.

Das spirituelle Ego

Das spirituelle Ego ist noch einmal eine Nummer größer. Hier geht es dann darum, von anderen so verherrlicht und geliebt zu werden, dass der wahre Grund der gemeinsamen Sinnsuche abhanden kommt. Hier wird das „ich bin weiter als du“ in ein ich bin wertvoller als du verwandelt und lässt kaum Spielraum für andere Meinungen. Das was wir gemeinhin als Fanatiker bezeichnen nährt sich aus dieser Quelle.

Die Flucht vor Verantwortung (ich habe noch eine Blockade)

Die spirituelle Suche kann jedoch auch einen Haken haben. Denn je mehr du in deine Tiefe tauchst, umso mehr Schatten tauchen auf. Diese Schatten kannst du nicht alle auf einmal erkennen, heilen und loslassen, daher kann sich mit der Zeit ein tief verwurzelter Glaube nicht gut genug zu sein so festsetzen, dass er dich davon abhält, dein Leben wirklich zu leben. Gerade wenn du durch deine Suche darauf gestoßen bist, selbst ein Lehrer zu sein kann sich aus der daraus entstehenden Verantwortung eine tiefe unbewusste Angst ausbreiten. In vielen Fällen geht es dann nicht mehr darum, die eigene Aufgabe zu erfüllen, sondern du versteckst dich davor hinter deinen vermeintlichen Blockaden, die dich deinen Weg noch nicht gehen lassen.

Die Flucht vor dem Leben

Eine spirituelle Sucht entsteht dann, wenn jemand von einem Seminar zum nächsten hetzt, nur um die schönen hoch schwingenden Energien beizubehalten. Einem Taumel in höheren Sphären gleich, wird das menschliche Leben kaum mehr lebbar. Klar ist es schön und auch unterstützend, die Energien eines guten Seminars zu spüren und in sich zu integrieren, doch wie jeder Rauschzustand lässt auch diese Erfahrung wieder nach. Es geht nicht darum, im nächsten Seminar den nächsten Kick zu bekommen, denn dies ist das Verhalten Abhängiger. Solange du nicht verstehst die Energien des Lehrers als seine zu akzeptieren und dabei versuchst, deine eigene Energie immer wieder so zu lieben, wie sie sich zeigt, bist du nichts weiter als ein Junkie.

Die Suche nach Anerkennung (ich habe die + die Ausbildung)

Eine weitere Sucht ist die Suche nach Anerkennung. Nicht jeder der eine lange Liste an spirituellen Ausbildungen aufweist, versteht etwas von seinem Gebiet. Oft schleicht sich auch hier das spirituelle Ego ein und lässt glauben, das die nächste Ausbildung das Nonplusultra ist. Dabei wird oft verkannt, dass es DIE eine perfekte Ausbildung nicht gibt. Und dass was für deinen Lehrer vortrefflich geeignet ist, kann bei dir in einer Katastrophe enden.

Dazu füttert diese Ausbildungssucht einen alten Schatten. Nämlich den des verletzten inneren Kindes, was sich nie gut genug fühlte. Hier ist es dieses verletzte Kind, was du warst, was weiterhin versucht Papa und/oder Mama davon zu überzeugen, wie viel es kann und was es schon alles gelernt hat. Die Sucht danach zu gefallen, geliebt und beachtet zu werden liegt hier zugrunde.

Die Ausreden um die Angst zu vermeiden

Dann gibt es noch die Sucher, die es vermeiden wollen, der Angst und dem Schmerz in sich zu begegnen. Sie suchen sich vielleicht herausfordernde Kurse oder Coachings, und doch sind sie selten bereit tiefer zu tauchen. Nicht selten sind es die Menschen, die unzählige ausreden und Erklärungen haben, warum sie jetzt nicht an deinem Programm teilnehmen können. Da fehlt das Geld, die Zeit, da verhindert es der Partner oder die Kinder. Oder es ist der anstrengende Job, der kaum Raum zum Atmen lässt.

Die Erkenntnis, dass die eigene Seele den Raum immer kleiner werden lässt, damit der Sucher endlich einmal begreift, was für ihn wichtig ist, kommt meist erst in einem Burnout oder Zusammenbruch. Wenn überhaupt.

Sterblichkeit – Vergänglichkeit

Ein ganz großer Fluchtreflex entsteht, wenn das Thema Sterblichkeit ins Spiel kommt. Diese sich langsam erhellende Tabuthema wirft so viele Ängste an die Oberfläche, dass für den Betreffenden der Schmerz beinahe unerträglich wird.

Wie es sich nun wirklich mit diesem Thema verhält, wird wohl jeder für sich herausfinden müssen. Und doch gibt es auch heute schon so viele Berichte über Nahtoderlebnisse und ähnliches, dass eine große Hoffnung besteht, dass der Tod nicht das Ende ist.

Verantwortung übernehmen

All die spirituelle Suche, ob sie nun Sucht oder Flucht ist, kann eine Möglichkeit sein, die eigene Verantwortung abzugeben. Lange Zeiten sind wir es gewohnt gewesen, dass andere die Verantwortung hatten. Sei es nun König, Politik, oder die Männer über die Frauen.

Und doch, die einzige Möglichkeit den Sinn deines Lebens zu erkennen, ist es die Verantwortung für dich selbst zu übernehmen. Es liegt in deiner Verantwortung, ob deine Suche eine süchtige Flucht bleibt, oder ob du in dir ankommst. Ein spirituelles Leben muss nicht im Kloster gelebt werden. Ganz im Gegenteil. Wenn du einmal davon ausgehst, dass alles Leben Energie in Bewegung ist, so kommst du nicht umhin, auch beim täglichen Abwaschen spirituell tätig zu sein. In wie weit sich das auf deine seelische Entwicklung oder eben deine Sinnsuche auswirkt, liegt in deinem Glauben und in deiner Verantwortung.

Wir können nicht erwarten, dass GOTT vom Himmel herabsteigt und mit einem Fingerschnippen die Bewusstheit unserer Seele über uns ausgeschüttet wird. Das Leben, und so ist es meine persönliche Erfahrung, lädt uns in jedem Moment dazu ein, in ALLEM das Göttliche zu erkennen. Ob nun spirituelle Suche, Sucht oder Flucht, ob du nun an GOTT glaubst oder nicht, die Natur verehrst oder Ausbeutest, ALL dies ist von der Göttlichen Liebe durchdrungen und möchte dir die Möglichkeit schenken Erfahrungen zu sammeln.

great blessings

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

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© Sirut Sabine Haller

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