Von der Kunst keine Geliebte mehr zu sein

Ich möchte hier gerne ein etwas heikles Thema beleuchten. Die Geliebte.

Wenn du einen Mann liebst, der nicht frei ist

Sie ist womöglich eine Frau, die ihre Zwillingsseele, ihren Seelenpartner oder ihre Dualseele in einem Mann erkannt hat. Einem Mann allerdings, der nicht frei ist. Der gebunden ist. Verheiratet mit einer anderen Frau. Doch auch er erkennt, das es eine besondere Verbindung gibt. Dass es ein wortloses Verstehen zwischen zwei Herzen gibt. Jede zufällige Begegnung ist getragen von Herzklopfen. Beide Seiten spüren eine tiefe Anziehung, und selbst wenn anfangs die Moral noch davon abhält, weiter zu gehen, wird sie mit jeder Begegnung schwächer.

Ein unsichtbares Band zieht beide zueinander.

Es kann sein, dass du merkst, wie du seine Gefühle aufschnappst. Es kann sein, dass dein Kopf seine Gedanken denkt. All dies zieht dich tiefer und tiefer in eine Situation, die neue Antworten verlangt.

Tiefe emotionale Begegnungen

Wenn ihr beide euch nun dazu entscheidet, euch noch näher zu begegnen, wird ein Feuerwerk an Gefühlen losgetreten.

Als Frau kenne ich all die Möglichkeiten, die du dir ausdenkst, um ihm zu begegnen, um ihn zu sehen. Du nimmst Uhrzeiten in Kauf, die für andere Dinge vorgesehen waren. Du verschiebst Verabredungen, erfindest Ausreden, nur um ihn zu treffen.

Die Sehnsucht nach seiner Berührung brennt unter deiner Haut und lässt dich an kaum etwas anderes denken. Die Geborgenheit, die du mit ihm empfindest hattest du schon so lange vergessen. Er lässt dich fühlen, das du Frau bist. Er lässt dich sehen, wie wunderschön du bist. Er lässt dich spüren, das du geliebt bist.

Eine tiefe Liebe verbindet dich mit ihm und es zerreißt dir beinahe das Herz, wenn ihr euch voneinander verabschieden müsst. Noch lange in die Nacht oder den nächsten Tag hinein kannst du seine Küsse auf deiner Haut spüren. Diese Erinnerung trägt dich durch die Zeit bis zum nächsten Treffen.

Das fünfte Rad am Wagen

Die Zeit mit ihm vergeht wie im Flug, und deine Sehnsucht und die Verbundenheit mit ihm wächst mit jeder Begegnung. Sie wächst jedoch auch in den Momenten, in denen du nicht bei ihm sein kannst. Die anfängliche Verliebtheit hat sich zu einer tiefen Liebe und Verbundenheit entwickelt und womöglich schmiedest du in deiner Phantasie Pläne für ein gemeinsames Leben.

Und doch gibt es die Momente, in denen dein Herz vor Schmerz zu zerspringen droht. Momente und Situationen, in denen du ihn mit seiner Frau siehst. Momente in denen er dich als „Bekannte“ behandelt, wenn ihr euch begegnet, oder im schlimmsten Fall nicht einmal beachtet.

Du wirst von Selbstzweifeln geplagt und fragst dich, wann er eine Entscheidung treffen wird.

Die Angst davor, das er keine Entscheidung treffen wird wächst in dir zu einem beinahe unerträglichen Schmerz. Du fühlst dich wie das fünfte Rad am Wagen. Und auch die anfängliche Zuwendung von ihm scheint sich mehr und mehr in eine Zweckgemeinschaft zu entwickeln.

Von der Kunst keine Geliebte mehr zu sein

Mit den Monaten oder Jahren die verstreichen schwankst du zwischen Sehnsucht, Wut und Einsamkeit. Du willst womöglich auch nicht wahrhaben, das es Zeit wird eine Entscheidung zu treffen. Immer wenn dieser Gedanke in dir auftaucht, springt deine Hoffnung dazwischen. Hoffnung darauf, das er doch spüren muss, was du für ihn empfindest. Hoffnung, das er sich doch nun endlich für dich entscheidet.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Männer in solchen Situationen selten bereit sind eine klare Entscheidung zu treffen. Meist haben sie sich sehr schnell an die Bequemlichkeiten gewöhnt. Bequem in dem Sinn, dass er „Zuhause“ versorgt wird und bei dir seine Liebe leben kann. Ich möchte noch anfügen, dass es bestimmt Männer gibt, die bereit sind klare Entscheidungen zu treffen, und doch habe ich das Gefühl, dass es meist die Frauen sind, die trotz oder gerade wegen ihrer Emotionalität dann klarer sind.

Denn so wie ich, wirst du nach einer für dich passenden Zeit der Achterbahnfahrt eine Entscheidung treffen müssen. Ja, müssen, wenn du überleben willst. Die Worte mögen sich hart und drastisch anhören, doch mach dir bitte bewusst, wie du dich in diesem Beziehungschaos verloren hast. Mach dir bewusst, wie du deinen Tagesablauf, dein Leben nach seinen Bedürfnissen gestaltest.

Wieso es nicht so einfach ist ihn loszulassen

Mit dieser einziehenden Klarheit wächst dein Schmerz, das kann ich dir verraten. Auch wenn nicht jede Beziehung so enden muss, tun es doch viele. Wenn dir bewusst wird, das er sich nicht für dich trennen wird, beginnt für dich der schmerzlichste Teil dieser Beziehung.

Ich erinnere mich noch, wie lange ich gezögert habe. Wie lange ich mir eingeredet habe, er wird sich für mich entscheiden. Selbst wenn ich das Gespräch mit ihm darüber gesucht habe, hatte ich Schuldgefühle, ihn damit zu bedrängen. Ich hatte irgendwo auch Angst, dass er sagen würde, naja, dann gehe ich eben.

Und doch war ich es, die nach langem hin und her den Entschluss fasste, das mir diese Beziehung nicht gut tut.

Ich muss zugeben, diese Trennung fiel mir wesentlich schwerer als der Entschluss meine Ehe nach 21 Jahren zu beenden. In der Ehe spürte ich keine Liebe mehr, doch hier war es vollkommen anders. Ich fühlte mich auf der einen Seite geliebt, gesehen und begehrt, und doch bekam das mit der Zeit alles einen bitteren Beigeschmack. Allein die Heimlichtuerei raubte mir enorm viel Kraft. Kraft, die ich nicht mehr hatte – so glaubte ich.

Und doch konnte ich mit meiner Entscheidung, mich von dieser Beziehung zu trennen spüren, wie neue Kräfte in mir mobilisiert wurden.

Sei dir deine Liebe wert

Ich erkannte mit einem Mal, was er mir wirklich zeigte.

Ich erkannte, das er ein perfekter Spiegel war, mir meine fehlende Selbstliebe zu spiegeln.

Ich erkannte, das ich mich bei ihm, wie zu Beginn meiner Ehe selbst aus den Augen verloren hatte.

Ich erkannte, wie ich mich an einen anderen Menschen angepasst hatte, ohne darauf zu achten, was ich eigentlich wollte.

Der Schmerz meiner Entscheidung hielt lange an, und jedes Mal, wenn ich ihm begegnete wurde die Wunde wieder aufgekratzt. Nicht selten versuchte er, den alten Kaffee wieder aufzuwärmen, und ich selbst brauchte lange bis ich spürte, das meine Liebe zu ihm sich verwandelt hatte.

Ich habe zu Beginn ja die Worte Zwillingsseele und Dualseele verwendet, und hier zeigt sich nun auch warum. Ja, es gibt diese Phänomene, doch die wenigsten davon können mit den alten Konditionierungen gelebt werden. Ich weiß, dass ein Teil von mir auf ewig mit ihm verbunden ist, sozusagen auf Seelenebene. Doch der Rest von mir möchte hier ein Leben voller Freude leben, selbst wenn das bedeutet, durch diesen tiefen Schmerz hindurch zu gehen.

Und selbst, wenn ich mein Leben und meine Vergangenheit so weit aufgeräumt habe, das ich mich in einer Beziehung nicht mehr im anderen verliere, gibt es keine Garantie dafür, dass er das auch tut oder getan hat. Hin und wieder begegne ich ihm, und darf sehen, wie er sich verändert hat, doch ich bewerte dies nicht mehr, und ich lasse ihn seinen Weg gehen.

Genau das habe ich damals in der Trennung auch gesagt. Jeder von uns hat seine Vorstellung von Liebe und vom Leben, und von den Verpflichtungen, und die sind so unterschiedlich, das wir keine Gemeinsamkeit finden können. Und auf noch mehr Schmerz und noch längere Herzensqual habe ich keine Lust. Dafür ist mir mein Leben zu wertvoll.

Heute fallen mir diese Worte leicht, doch glaube nicht, dass es damals so war. Damals glaubte ich mein Herz würde zerbrechen. Und doch weiß ich, es war eine wichtige und richtige Entscheidung für mich.

Durch diese Entscheidung habe ich gelernt, dass AlleinSein nichts mit Einsamkeit zu tun hat.

Durch diese Entscheidung hat sich mein Selbstwert enorm erhöht.

Durch diese Entscheidung durfte ich noch einmal alte Wunden betrachten und heilen.

Durch diese Entscheidung habe ich meine Freiheit und meine Liebe zum Leben neu entdeckt.

Und diese Entscheidung hat mich gelehrt, was ich nicht mehr haben möchte.

Wenn du gerade in einer ähnlichen Situation steckst, oder dich aus einer solchen befreien möchtest, kann ich dir womöglich durch meine eigenen Erfahrungen wertvolle Tipps und Hinweise geben. Denn ich weiß auch, alles was mir bisher in meinem Leben begegnete, diente einzig dazu, mein Herz wieder neu zu öffnen um zu erkennen, wer ich wirklich bin.

Alles war ein einziger Weg zurück zu mir.

great blessings

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

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© Sirut Sabine Haller

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