Die Herausforderungen einer Trennung

Ich denke ja, es macht einen Unterschied, ob du die Entscheidung für eine Trennung triffst, oder dein Partner. In diesem Artikel möchte ich gerne beide Seiten einmal beleuchten. Dabei möchte ich aus eigener Erfahrung berichten, wie ich zu der Entscheidung kam, meine 22 jährige Ehe zu beenden. Wie es sich anfühlt, wenn der Partner die Entscheidung zum Ehe-aus trifft, weiß ich über Gespräche mit meinen Kundinnen, und ich hoffe, wenn ich nicht alle Aspekte erkenne, das du den Mut findest, uns an deiner Geschichte teilhaben zu lassen.

Hier erst einmal zu meiner Geschichte.

Im Sommer meines 21. Lebensjahres war die Hochzeit, und vier Jahre später brachte ich eine gesunde Tochter zur Welt. Aufgrund der Stellung meines Mannes brauchte ich nicht arbeiten und hatte daher viel gemeinsame Zeit mit meinem Kind, und auch für mich und meine Hobbys. Im Grunde, wenn man es von Außen betrachtete, führte ich ein gutes, normales Leben. Mit der Schulzeit kam die erste Veränderung. Ich hatte mehr Freizeit und diese widmete ich meiner Liebe zum Handarbeiten, woraus ein kleiner Laden entstand. Die nächste größere Veränderung kam mit der Pubertät meiner Tochter, als sich auch in mir ein leiser Ruf nach Freiheit bemerkbar machte.

Irgendwie hatte sich die „Normalität“ so festgesetzt, das sie schon fast in Tristesse überging. Das Wechselschichtsystem meines Mannes machte das alles nicht einfacher. Und zum leisen Ruf nach Freiheit kam der etwas lautere Impuls, oder vielmehr die Frage: Soll das jetzt alles gewesen sein? Geht mein Leben nun die nächsten 50 Jahre so weiter? In mir machte sich Unbehagen breit und aus dem inneren Zwiespalt heraus entwickelten sich Panikattacken.

Etwa im 20. Ehejahr begann ich mich mehr und mehr mit Spiritualität zu beschäftigen und es zeigte sich mir ein vollkommen neues und doch sehr vertrautes Bild der Welt. Schon immer konnte ich sehr schnell tiefere Zusammenhänge erkennen, und da wo andere noch nach Lösungen suchten, erkannte ich, wie einfach sich alles miteinander verbindet. Lange Zeit plagten mich Zweifel ob der Entscheidung, die da in mir zu reifen begann. Ich versuchte abzuwägen, wie sich mein Leben entwickeln könnte, egal, ob ich nun blieb oder ging.

Mit jeder Woche, jedem Monat wuchs die Sehnsucht nach mir selbst, denn in meiner Ehe schien ich einen wertvollen Teil von mir verloren zu haben. Die Entscheidung zur Trennung traf ich dann zu Beginn eines neuen Jahres, und zu Ostern begannen die klärenden Gespräche mit meinem Mann, der aus allen Wolken zu fallen schien. Wie oben schon erwähnt, von Außen betrachtet sah die Ehe harmonisch und gut aus, und so sah er sie auch. Meine Gefühle jedoch ließen mich etwas anderes fühlen. Und mit dem Ausspruch der Trennung folgten zwei Jahre, in denen es auf und ab ging. Zum einen in mir, und zum anderen mit den verletzten Gefühlen meines Mannes. Es folgten Angriffe, Verunglimpfungen und eine abgeschwächte Form von Rosenkrieg, weil ich meist nicht in die ReAktion ging.

Nachdem alle vorüber war, jedoch auch schon während der Trennungsphase hatte ich immer das Gefühl, ich hätte diesen Entschluss viel früher treffen müssen. Und doch so im Nachhinein kann ich sagen, alles hat sich im perfekten Zeitrahmen abgespielt.

In den Jahren nach der Scheidung, kamen unzählige Herausforderungen auf mich zu. Zum einen versuchte ich meinen Handarbeitsladen am Leben zu halten, was mit sinkenden Kundenzahlen und monatlichen Fixkosten nicht so einfach war. Ich musste eine Entscheidung treffen. Eine wichtige Entscheidung. Zum einen brauchte ich finanzielle Unterstützung und zum anderen musste ich mir darüber Gedanken machen, wie ich meinen Lebensunterhalt alleine finanziere.

Der schwerst und beschämendste Moment war der Tag, als ich mich dazu entschied Hartz4 zu beantragen. Ein Teil in mir hatte seine feste Vorstellung von Menschen, die diese Unterstützung in Anspruch nehmen, ein anderer jedoch, und der war stärker, wusste, das ich genau dort Hilfe bekommen würde. Und so war es dann auch. Selbst beim Ausfüllen der Formulare hatte ich sehr freundliche Unterstützung. Und gemeinsam mit der Sachbearbeiterin erstellte ich ein Konzept für mein weiteres Leben. Wir fanden eine Halbtagsstelle, und ich baute den Handarbeitsladen Schritt um Schritt zurück.

Heute bin ich dankbar für all die Erfahrungen auf meinem Weg, und ich bin stolz auf mich, das ich all die Herausforderungen gemeistert habe. Ich habe so vieles gelernt, bin so vielen Menschen begegnet, und habe immer und überall Unterstützung bekommen. Und selbst die Momente, in denen ich Unterstützung ablehnte haben ihr gutes gehabt. Durfte ich doch erkennen, wie viele behindernde Glaubensmuster da noch in mir sind. Und doch schaffte ich es, meine dreijährige Releasing-Ausbildung alleine zu finanzieren. In dieser Zeit habe ich gelernt, was loslassen wirklich bedeutet, und das ich nichts von dem was mich ausmacht loswerden muss. Selbst die Erinnerungen und Erfahrungen meiner Ehe nicht.

Aus der Sicht meiner Klientinnen, die verlassen wurden sind, zeichnet sich allerdings ein vollkommen anderes Bild.

Es steigen Selbstvorwürfe, Zweifel, Scham und Schuldgefühle an die Oberfläche. Tagelanges Weinen und Verzweiflung sind keine Seltenheit, vor allem dann nicht, wenn der Mann wegen einer anderen geht. Zu dem ist es schwer, alleine aus diesem Sumpf wieder empor zu steigen, nur wenige Frauen schaffen dies aus eigener Kraft. Nicht selten ziehen sie sich schnell einen neuen Partner in ihr Leben, einfach aus Angst vor dem allein sein. Oder sie klammern am „Ex“-Mann und treiben ihn dadurch einfach noch weiter von sich weg.

Die Chancen und Möglichkeiten, die sich aus so einer Situation ergeben werden lange nicht gesehen, oder wenn dann ignoriert, zu tief ist der Schmerz. Und es braucht viel Geduld und Einfühlungsvermögen, auch mit sich selbst, um mit der Zeit einen klaren Blick zu finden.

Oftmals klammern solch verlassene Frauen an ihren Kindern, oder sie sehen gar keinen Sinn mehr in ihrem Leben, weil sie sich vollkommen über ihre Partnerschaft definiert haben.

Sehr wahrscheinlich habe ich hier noch nicht einmal einen Bruchteil der Gefühle und Gedankenwelten aufgeführt, die in diesen Frauen vor sich gehen. Und aus meiner eigenen Situation kann ich diese auch nicht kennen, weil ja ich diejenige war, die sich getrennt hat. Und doch kann ich durch meinen Weg deinen begleiten. Ich kann dich durch deine Gefühle begleiten, kann dir zuhören und dir Hilfestellung geben, wie du deine Gefühle für dich klären kannst.

Das wertvollste, was ich aus meinem Weg gelernt habe ist nämlich auch, das alles was bei so einer Trennung geschieht, auch immer etwas mit mir zu tun hat. Sehr oft ist das dann nicht so offensichtlich und es bedarf schon einer Detektivarbeit die tieferen Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Damit öffnet sich allerdings nicht nur ein neues Weltbild für dich, sondern du kannst dich selbst auf ganz neue Weise kennenlernen.

Und wer weiß, am Ende merkst du vielleicht, das diese Trennung das größte Geschenk für dich ist.

Wenn du möchtest, lass uns an deiner Geschichte teilhaben:

Was waren die größten Herausforderungen nach deiner Trennung, denen du dich stellen musstest? Und wie hast du sie gemeistert?

oder wenn dir dies hier zu öffentlich ist, vereinbare einfach einen persönlichen Termin für deinen Neubeginn.

Vielleicht gefällt dir ja auch meine Lebensdevise, und sie unterstützt dich dabei, neuen Lebens-Mut zu finden:

Wenn das alte Leben vorbei ist, beginne einfach nochmal neu.

great blessings

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

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© Sirut Sabine Haller

2 Kommentare

  1. Ich habe bei der Trennung nach einer langjährigen Beziehung die Erfahrung gemacht, dass ich eigentlich schon lange hätte gehen sollen. Dass nur die andere Person es war, die das ausgesprochen und in Handlung umgesetzt hat. Aber nichts desto trotz war der Schmerz sehr groß und es hat lange gedauert, das zu verarbeiten, vor allem, weil es ebenfalls zu einer Art Rosenkrieg kam.

    Herzliche Grüße,
    Irene

    • Ja liebe Irene, siehst du, den Aspekt hatte ich in meiner Geschichte vergessen. Ich habe auch sehr lange gezögert und im Nachhinein war auch der Gedanke „Hätte ich schon früher machen sollen“ sehr presänt. Doch weißt du, es geschieht immer alles zum passenden Zeitpunkt, und wer weiß, wofür es gut war zu zögern.
      Von Herzen Danke für dein mitteilen.
      great blessings
      Sirut Sabine

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