Was es bedeutet einen Schluss.Strich zu ziehen, und wieviel Energie dadurch freigesetzt wird

In diesem Artikel möchte ich dir von meiner Ehe und vor allem meiner Trennung erzählen. Von meinem Schluss.Strich und wieviel Angst ich vor dem Loslassen hatte; doch auch davon, wieviel Energie in mir frei wurde, als ich den Mut fand, zu mir selbst zu stehen.

Komm raus aus deinem Alltagsgrau und sei Bunt wie das Leben !

Ich war 20 Jahre jung, als ich vor dem Traualtar stand. In der Hoffnung auf ein Leben in Zweisamkeit zog sehr schnell der Alltag ein, als vier Jahre später meine Tochter zur Welt kam. Mit der neuen Mutterrolle schien mein Leben erfüllt. Ich brauchte nicht zu arbeiten und hatte viel Zeit für meine Tochter, den Haushalt und meine Handarbeiten. Die Jahre vergingen und alles schien gut. Mit der Schulzeit veränderte sich allerdings etwas. Ein Teil meiner Zeit wurde frei, und wollte irgendwie neu ausgefüllt werden. Es war die Zeit, als Handarbeiten wirklich noch boomten und so beschloss ich einen Raum in unserem Haus dafür zu nutzen mich selbständig zu machen. Mit Stickereien beschäftigt, und von meinem Mann finanziell unterstützt merkte ich lange Zeit nicht, das mir etwas fehlte. Ich spürte allerdings mit den Jahren, das ich immer lustloser wurde, und der kurze Push einer neuen Hardanger-Kreation nicht lange anhielt. Meine Emotionen fuhren zu der Zeit wirklich Achterbahn. Manchmal glaubte ich manisch-depressiv zu sein. Hinzu kam, dass sich die Gesprächsthemen mit meinem Mann auf „Was soll ich kochen?“ und „Wo ist die Wäsche?“ beschränkten. Eine Therapie um wieder zueinander zu finden, so dachte ich wäre der Schlüssel, doch meistens gehören zwei dazu eine Partnerschaft zu heilen. 21 Jahre später traf ich eine alles verändernde Entscheidung, die meinen Mann doch ziemlich unvermittelt traf, denn aus seiner Sicht war alles in Ordnung.

Solange du noch eine Erklärung für dein Drama suchst, bist du noch nicht am Ende.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie oft ich versuchte, mir mein Leben schön zu reden. Die Wutanfälle, die ich bekam, wenn er wieder einmal verspätet und betrunken nachhause kam mehrten sich. Ich jammere und beklagte mich, was allerding wenig zum Frieden beitrug. Tief in mir spürte ich, dass etwas geschehen musste, doch ich hatte Angst. Was sollte aus mir und meiner Tochter werden? Wie sollte es weitergehen? Wovon sollte ich leben? Das Handarbeitsgeschäft warf nicht genug ab. Es dauerte bestimmt zwei Jahre, in denen ich mich innerlich immer mehr und mehr aus der Ehe entfernte, bis ich eines Tages bereit war die Karten auf den Tisch zu legen. Und wie gesagt, mein Mann fiel aus allen Wolken.

Ein Schluss.Strich bedeutet den Tod deines Wollens.

Als ich erkannte, dass es keine Liebe im Außen gibt, die meine innere Leere auffüllen kann, fühlte ich mich, als würde ich in kaltes Wasser geworfen. Mit einem Schlag war ich hellwach und wusste dass es Zeit war, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich erinnere mich noch daran, das wir zwei Wochen lange Gespräche führten, wie es so weit hatte kommen können, und auch daran, das er die Hoffnung hatte, das wir es noch einmal versuchten. Doch meine Entscheidung stand fest, auch wenn ich keine Antwort darauf hatte, wie meine Zukunft aussehen könnte. Eines jedoch wusste ich aus tiefstem Herzen – ALLES war besser, als dieser verlorenen Illusion nachzujagen. Ich spürte einfach, dass etwas in mir schon vor langer Zeit gestorben war. Ich fühlte auch ganz klar, dass dies nicht der Sinn meines Lebens sein konnte. Da war noch mehr, auch wenn ich nicht wusste was.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Mein Schrecken ohne Ende endete als ich Anfang 40 war mit einem erschrocken dreinblickenden Mann. Wie hätte ich mein Leben weiter leben können, da ich doch tief in mir wusste, dass etwas Wundervolles auf mich wartet. Etwas, was ich nicht beschreiben konnte, und doch wusste ich darum und war neugierig auf die Erfahrungen, die mich erwarteten. Die Angst davor, mich mit 80 zu hassen, weil ich nicht den Mut hatte meiner Seele zu vertrauen, hätte mich Jahr für Jahr langsam sterben lassen. Und eben diese Angst war es, die meinem Mut entfesselte und mich in meiner Entscheidung bestärkte.

Hier ist all dein Mut gefragt und deine Entscheidungsbereitschaft.

So viel in groben Zügen zu meiner Geschichte. Wie sieht deine Geschichte aus? Ähnlich? Weißt du warum ich dir das von mir erzählt habe? – um dir Mut zu machen. Mut zu dir zu stehen. Mut, ungewohnte Wege zu gehen. So eine Geschichte muss nicht zwangsläufig in einer Trennung enden. Es geht erstmal darum zu erkennen wo du stehst, und wie du dir dein Leben vorstellen könntest. Wenn du dich für deine Ehe entscheidest, gibt es ebenso viele Möglichkeiten gemeinsam neue Wege zu gehen, als wenn du alleine deinen Weg weitergehst. Und heute in 2018 ist das nochmal um einiges leichter, als zu Beginn meines Weges. Damals gab es wenige Möglichkeiten dem eigenen Inneren Ausdruck und Gehör zu verleihen, und wirklich wenige in der ländlichen Gegend in der ich lebe. Auch das ist eine Form von Jammern auf hohem Niveau, denn wo ein Wille ist, ist immer ein Weg, und so wie ich meinen Weg gefunden habe, gibt es auch für dich deinen Weg.

Erst mit dem Ausstieg aus der Opferrolle kannst du handeln.

Doch dafür musst du eine Entscheidung treffen. Und zwar eine die für dich stimmig ist. Und wenn es bedeutet, dass du eine gewisse Zeit für dich allein bist, dann ist das so. Mache dir klar, wofür du deine Entscheidung triffst, was du damit bezwecken willst. Solange du es deinem Mann heimzahlen willst, bist du nicht in Frieden mit dir. Wenn deine Entscheidung – auch mit Angst und Ungewissheit – aus deinem Herzen heraus kommt, und dennoch keine Bedingungen stellt, dann bist du bereit. Wenn du innerlich (oder auch äußerlich) deine Waffen niederlegst, wenn du aufhörst gegen dein Leben, gegen deinen Partner und vor allem gegen GOTT zu kämpfen, dann kann dich dein Schluss.Strich zu einem neuen Anfang führen.

Mit deinem Schluss.Strich gibst du GOTT die Erlaubnis zu helfen.

Weißt du was das Schönste an deiner Entscheidung sein wird? Zuerst einmal wird es dir vorkommen, als ob eine Zentnerlast von dir abfällt, wenn sich all die angestauten Energien ihren Raum nehmen. Gleichzeitig kann es sein, das du dich von deinen Emotionen überrollt fühlst, das du nicht mehr weißt, wem du vertrauen kannst, was du tun kannst, und dir jegliche Kraft für eine Handlung fehlt. Dieser Moment der inneren Aufgabe (des innerlich auf die Knie sinken) ist der Moment, in dem Gott dich auffängt. Es ist der Moment in dem du durchatmen kannst weil du weißt, dass du getragen bist. „Ich lege mein Leben in deine Hände“, war der Satz und der Moment wo ich zutiefst wusste, ALLES wird gut. Es war der Moment in dem meine Entscheidung noch einmal glasklar in meinem Herzen emporstieg und ich wusste, dass es keinen anderen Weg mehr für mich gibt.

Ein Schluss.Strich ist IMMER ein neuer Anfang!

Ob du dich nun für gehen oder bleiben entscheidest, jede dieser Entscheidungen braucht Mut. Mutig einen neuen Anfang zu wagen bedeutet sich der Vergangenheit bewusst zu werden. Es bedeutet zu erkennen, dass auf beiden Seiten unfair gekämpft wurde. Es bedeutet auch die Verletzungen des anderen anzuerkennen und um Verzeihung zu bitten, damit auch du vergeben kannst. Gemeinsam oder allein beschreitest du nun den Weg der Heilung, der dich immer wieder dazu auffordert zu vergeben und loszulassen. Und mit jeder Vergebung und mit jedem Loslassen wird sich dein Weg vor dir entfalten. Du wirst im Gehen erkennen, wann was wo für dich zu tun ist, und wann es Zeit ist nichts zu tun und einfach zu sein. Die neue Zeit hält auch neue Möglichkeiten der Heilung für dich bereit. Und vor allem hält sie die Energie so hoch, dass du spüren wirst, dass es nur den Weg deines Herzens gibt. Auch wenn es steinig wird, oder Hindernisse auftauchen, du wirst spüren, das du nicht mehr zurück kannst und nicht mehr zurück willst.

Im Rückblick wirst du erkennen, wie wertvoll dein Weg war, auch wenn du dich jetzt lieber komplett davon entfernen möchtest, bitte ich dich weiterzugehen. Es hat einen Sinn, wieso du diese Erfahrung machst, auch wenn dieser noch nicht ersichtlich ist. Mit meinem Wissen und durch meine Erfahrung kann ich dich auf deinem Weg begleiten.

Bist du bereit für einen neuen Anfang?

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen Weg zu erkennen um ihm zu folgen.

Wenn du Fragen und Anregungen für mich hast, schreibe sie doch einfach in den Kommentar, denn nur so kann ich erkennen was dir wichtig ist und ob der Beitrag wirklich unterstützend für dich ist.

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© Sirut Sabine Haller

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