Die Zeit heilt keine Wunden

Wenn du dich dazu entschlossen hast, die tiefen Verließe deiner vergangenen Wunden zu öffnen, um Schicht um Schicht dieser alten Verletzungen zu heilen, wird es in den meisten Fällen von deinem Umfeld nicht sonderlich freudvoll aufgenommen.

Bisher kannten sie dich. Bisher wussten sie schon im Voraus, wie du reagieren würdest. Doch nun, seit du begonnen hast, dich deinem Seelenfrieden zu widmen, wirst du unberechenbar. Du fällst aus der Schublade heraus, in die du von anderen gesteckt wurdest. Womöglich beginnst du sogar unbequeme Fragen zu stellen. Fragen an dein Gegenüber und an das Leben.

Wenn du dich dazu entschlossen hast, deine alten Wunden zu heilen, wirst du für andere unbequem, denn du erinnerst sie an ihre alten Verletzungen, die sie so lange schon tief in sich vergraben haben und die sie nie wieder anschauen wollten. Und du, was machst du, mit deinem Mut, in deine Seele zu schauen berührst du ihre wunden Punkte.

Weißt du Liebes, es ist wahrlich sehr herausfordernd, die eigenen Wunden und Schatten zu betrachten, es erfordert eine Menge Mut in die dunklen Tiefen hinabzusteigen und dem zu begegnen, was dort verborgen liegt. Sicherlich hast du über die Jahre eine Menge Kraft aufgewandt, um diese empfindlichen Bereiche deines Lebens zu schützen, und nun benötigst du ebenso viel Kraft um dich ihnen wieder anzunähern.

Ich möchte dir nichts vormachen. Du hast dir einen sehr herausfordernden aber nicht weniger lohnenden Weg ausgesucht. Dieser Weg führt dich fort vom Außen und geleitet dich in dein Inneres. Schritt um Schritt, Schicht um Schicht wird dich nun dein Weg immer tiefer führen. Und manchmal wird der ein Höchstmaß an Mut und Tapferkeit von dir fordern. Er wird dich an die Grenzen dessen bringen, was du glaubst aushalten zu können. Er wird alte Narben aufreißen um die leise darin eiternden Splitter endlich zu entfernen. Es kann sogar sein, das dir der Mut und die Hoffnung abhandenkommen und du mehr als einmal das Handtuch werfen willst, doch wenn deine Seele dich leitet, wirst du weitergehen.

Vielleicht sagtest du dir bisher – Die Zeit heilt alle Wunden – doch das stimmt nicht.

Die Zeit heilt keine Wunden solange du daran festhältst, und auch sonst heilt die Zeit nicht wirklich. Die Zeit lässt bestenfalls Gras über alte Trümmer wachsen, sodass eine neue Wiese entsteht, doch darunter liegen noch immer die Ruinen einer vergangenen Geschichte.

Du merkst, im Verdrängen und verleugnen liegt auch keine Heilung. Damit verbannst du ebenso die darin gebundene Kraft in deine Tiefen, wo sie vor sich hin schlummert, bis sie eines Tages unvorbereitet an die Oberfläche stoben wird.

Deine Wunden beginnen wirklich zu heilen, wenn du dir die Verletzung im geschützten Raum deines Herzens anschaust, wenn du bereit bist dir zu vergeben, und auch dem Verletzenden zu vergeben. Vielleicht kannst du sogar in deiner Vergebung erkennen, wieso all dies geschehen musste.

Wenn du das verstehst, erkennst du, ohne die Gnade der Vergebung bleiben die Wunden und Ereignisse in deinem Zellsystem gespeichert und werden dich weiterhin behindern.

Mit dem Loslassen aller mit den Wunden verknüpften Gefühlen, kannst du dort, im stillen Raum der Liebe deines Herzens erkennen, das unter den alten Verletzungen die Freiheit auf dich warten.

Somit verwandelt sich nicht nur das Wort Wunde in ein Wunder.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

Bist du bereit für den nächsten Schritt ?

Wenn du Fragen und Anregungen für mich hast, schreibe sie doch einfach in den Kommentar, denn nur so kann ich erkennen was dir wichtig ist und ob der Beitrag wirklich unterstützend für dich ist.

© Sirut Sabine HallerMerken

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2 Kommentare zu „Die Zeit heilt keine Wunden

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