Warum glauben wir, immer etwas tun zu müssen?

Es ist ein herrlicher Sommertag und ich sitze gemütlich im Schatten unter dem Blätterdach des alten Apfelbaumes. Die Vögel singen ihre unterschiedlichen Lieder und in einiger Entfernung plätschert leise das Wasser des kleinen Wildbaches. Die Sonne spielt mit den Blättern des Apfelbaums und zaubert dabei lustige Schattenspiele auf die Wiese.

Wie lange ich hier schon sitze weiß ich nicht. Gefühlt mindesten eine Stunde und in mir scheint eine leise Stimme immer lauter zu werden. Erst sanft und behutsam doch stetig lauter werdend erreicht mich die Frage – Wie lange willst du hier noch sitzen und Löcher in die Luft starren? Zuhause gibt es so viel zu tun und du sitzt hier rum.

Etwas genervt von der Stimme blicke ich zur Uhr, gerade zehn Minuten sind vergangen seit ich mich hier an diesen Ort gesetzt habe. Mit einem tiefen Atemzug versuche ich wieder zu entspannen, doch die Stimme in meinem Kopf hat die Gedanken aufgewirbelt, die nun wild durcheinander in meinem Kopf kreisen.

Klar gibt es Zuhause das eine oder andere zu tun. Klar könnte ich Mails beantworten, den neuen Blogtext fertig schreiben; ein Webinar steht auch noch in der Planung und Vorbereitung. Von Haushalt, Fensterputzen oder Rasenmähen ganz zu schweigen.

Dies sollte mein freier Nachmittag sein und nun bin ich in Gedanken schon wieder an allen möglichen Projekten aber nicht hier an diesem Ort. Ich atme tief durch, spüre den Wind auf meiner Haut und beobachte wie er mit den Blättern spielt.

Wie würde sich diese Geschichte in deinem Leben fortsetzen?

Welche Reaktionen würden in dir ausgelöst?

Welche Gefühle machen sich in dir breit?

 

In unserer westlichen Welt ist das Leben der meisten Menschen von Arbeit und Tun geprägt. Mit all den Jahren, die uns dieses Muster geprägt hat, kann es schon ungewohnt und herausfordernd sein, den Stimmen in deinem Kopf zu begegnen und vor allem zu widerstehen.

Ziemlich schnell fängt dich womöglich ein schlechtes Gewissen wieder ein, weil du hier sitzt und andere arbeiten. Oder dein innerer Kritiker schleicht sich auf die Bühne um dir lautstark zu verkünden, wie du deine wertvolle Zeit hier vertrödelst.

Vielleich schaut ein inneres Kind dadurch nur noch verschüchtert um die Ecke, als es dich zum Spielen einladen wollte, sich aber dann dem Kritiker gegenübersieht.

Welche Muster und Geschichten laufen da in dir ab?

Wem hörst du zu? Auf was reagierst du?

 

Auch ich folge hin und wieder meinem schlechten Gewissen, oder dem inneren Drang etwas tun zu müssen. Wichtig dabei ist nach meinem Empfinden, das ich genau beobachte und hinterfrage, aus welchem Grund sich dann die Tätigkeit einstellt. Denn aus falsch verstandenem Pflichtgefühl heraus ins Tun zu kommen strengt an. Wenn ich hingegen aus der Freude heraus etwas tue, weil mein Herz mich danach ruft, das entfesselt eine ungeheure Energie und Kreativität.

Des Weiteren ist es wichtig zu schauen, ob ich etwas tue um anderen zu gefallen, ob es für andere hilfreich ist, oder ob das Tun mein kleines Ego befriedigt, was dann sagen kann – schau, das habe ich für dich getan.

Und so sitze ich gerade immer noch unter dem Baum und notiere meine Gedanken in ein Notizbuch, was mein ständiger Begleiter geworden ist. Und damit kann ich die Freude in der Natur zu sein mit dem Schreiben verbinden.

In der Natur zeigen sich mir dann auch immer wieder wundervolle Beispiele, wie das Leben seine Zeit einteilt. Gerade jetzt im Sommer befinden wir uns in der Zeit der Reife. Die Äpfel am Baum über mir genießen die Sonne, die auf sie herabscheint. Sie wissen, dass gerade nichts weiter zu tun ist. Sie sind einfach an und lassen sich vom Wind wiegen, von der Sonne wärmen und vom Regen erfrischen; bis eines Tages der Moment da ist, an dem sie sich vom Baum lösen.

Dann beginnt eine neue Zeit. Die Zeit der Ernte.

Daher mache ich es mir hier unter dem Apfelbaum noch etwas gemütlicher, lege das Notizbuch zur Seite. Den Text schreibe ich dir später in den Blog und ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erlebnissen mit Tun und Nichtstun in den Kommentaren berichtest.

Fokus your Life 8.8.8 – begegne der Kraft IN dir und bringe dein Leben auf den Punkt

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

Bist du bereit für den nächsten Schritt ?

Wenn du Fragen und Anregungen für mich hast, schreibe sie doch einfach in den Kommentar, denn nur so kann ich erkennen was dir wichtig ist und ob der Beitrag wirklich unterstützend für dich ist.

© Sirut Sabine Haller

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4 Kommentare

  1. …und ich schliesse mich Dir an und würde jetzt gerne da unterm Blätterdach liegen…stattdessen schreit mein Ego, was ich hier alles zutun habe…klar bin ich im Moment nicht die Schafferin in meiner Arbeit, aber dazu sollte ich stehen, weil ich den Freiraum im Moment wohl brauche….

  2. Langsam wird es mir unheimlich😃 Diesen Kampf hätte ich heute Nachmittag, mit dem Argument „du vergeudest Lebenszeit“ und ich habe das Buch zu Ende gelesen und mir gesagt “ ich darf das“ faul sein, nichts müssen, einfach in der Hitze hängen und lesen.

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