Vulva – Die Scham im Schambereich

Allein das Wort Schambereich nimmt viel von der Kraft, die dort Zuhause ist. Oder sollte ich sagen – Zuhause sein sollte?! Denn mit der Scham kam die Verleugnung. Die Abspaltung. Das Unreine. Was vor Jahrhunderten begann trägt sich bis in die heutige Zeit. Reduziert auf den Sexualakt. Selbst das Kindergebären wurde in die Obhut der Männer gelegt. Erst langsam beginnt ein vorsichtiges Herantasten an diesen empfindsamen und so kraftvollen Bereich.

Männliche nach außen getragene Attribute gelten als stark, befruchtend und er-zeugend. Zu viel Weiblichkeit bekommt schnell einen nuttigen Stempel aufgedrückt.

Doch was wird aus der Kraft, der Essenz die im weiblichen Schoß verborgen liegt?

Schamüberwuchert werden Zyklen als unrein betrachtet und die Werbung trägt ihren Teil dazu bei.

Doch in der Natur findet sich überall ihr Bild. Die Vulva zeigt sich in Blumen, in Wurzeln, in Bergen.

Interessanterweise findet dieses kraftvolle Wort äußerst selten Verwendung. Intimbereich, Vagina, Scheide, Worte die aus männlicher Prägung und Energie stammen.

Sex findet im Dunklen statt und ich kenne wenige Frauen die ein Bild ihrer Vulva haben; die wissen, wie sie untenherum ausschauen. Die sich ihrer Zartheit und Verletzlichkeit aber auch ihrer Macht wirklich bewusst sind.

Auch bei mir ist noch ein Teil Scham, der sich aber gerade beginnt in mir auszusöhnen, da ich die Kraft spüren kann, die hinter all den Glaubensmustern verleugnet wird.

Es ist eine Kraft die Leben spendet. Eine Kraft die in ihrer Einzigartigkeit womöglich noch heute viele Männer in Angst und Schrecken versetzt.

So viel wird über Königinnen geschrieben, die endlich ihren Thron einnehmen, doch sind diese bereit sich dort nackt und mit gespreizten Beinen in ihrer vollen Kraft zu zeigen?

Ich spüre wieviel Mut es schon erfordert, diese Worte zu formulieren. Wieviel Scham da gebunden ist, wieviel Lust für einen männerbefriedigenden Akt zurückgehalten wird.

Der weibliche Schoß hat die Macht Leben zu schenken und ich kenne Frauen, die jede Schwangerschaft voller Genuss zelebriert haben, aber auch die anderen, für die es einer Krankheit gleichkam.

Klar ist eine Geburt mit Schmerz verbunden und ich danke ALLEN Göttern, das die Geburt meiner Tochter nur drei Stunden dauerte. Doch weißt du Schwester, der eine Moment als ich mein Kind sah, dieser eine Moment ließ mich allen Schmerz vergessen. In diesem Moment fühlte ich mich mit Himmel und Erde verbunden.

Ich hatte damals kein Wort dafür, geschweige denn das ich eine Ahnung von Spiritualität hatte, ich spürte einfach wie eine gewaltige Kraft meinen Körper flutete. Eine Kraft, die ich nie zuvor gespürt hatte und die nichts Vergleichbares kennt.

Heute weiß ich durch meine Verbindung mit dem Lebensrad, das ich immer an diese Kraft angebunden bin. Das diese Kraft ein Teil von mir ist. Und doch ist da auch eine Trauer in mir. Eine Trauer um meine Gebärmutter, die mir vor vielen Jahren entfernt werden musste. Auch dies waren Jahre in denen ich erst wenig über die energetischen und spirituellen Zusammenhänge wusste.

Langsam findet eine neue Annäherung statt und lässt mich tiefer in meinem Körper ankommen. Ich merke, dass die Zeit der Verleugnung und Verdrängung vorüber ist und dass ich mein Wissensfeld nun erweitern darf, denn es gibt auch in mir noch Wunden, die in Wunder verwandelt werden möchten.

Da gibt es Lust, Freude und Kraft in mir die neue Ausdrucksformen erleben möchten. Und da ist ein Stück der Scheu geschmolzen, die mich davon abgehalten hat das Leben in allen Formen auszukosten.

Neid und Missgunst verwandeln sich in Wertschätzung und Zugehörigkeit.

Scham und Schuld in die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

Angst habe ich nur noch selten, meine Neugier verbindet sich mit meinem Mut und lässt mich neue, unbekannte Wege gehen.

Ein Weg dabei ist, diese meine Gedanken mit dir zu teilen, nicht um zu verurteilen sondern um dich an deine Kraft zu erinnern. Womöglich bringe ich dich dadurch auch mit deinem Schmerz in Berührung, doch wisse geliebte Schwester, dass dieser dadurch heilen kann.

Ich bin das Licht, was ich in dir sehe.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

Bist du bereit für den nächsten Schritt ?

Wenn du Fragen und Anregungen für mich hast, schreibe sie doch einfach in den Kommentar, denn nur so kann ich erkennen was dir wichtig ist und ob der Beitrag wirklich unterstützend für dich ist.

© Sirut Sabine Haller

 

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