Mit dem sein, was ist

Bestimmt hast du diese Empfehlung auch für dich schon gehört, womöglich habe ich sie auch schon ab und zu in meinen Artikeln oder Coachings verwendet, heute möchte ich gerne einem versuchen in Worte zu fassen, was damit überhaupt gemeint ist.

Vielleicht hast du ja den Ausspruch auch oft gehört, dich aber gleichzeitig auch gefragt, was damit gemeint ist, und wie das geht. Wobei, das wie es gemeint ist, lässt sich bestimmt auch für dich schon gut erkennen, doch wie sieht es mit dem tun aus? Und gibt es dabei überhaupt etwas zu tun?

Mit dem sein, was ist – wie geht das nun?

Wie kann ich das machen? – fragt mein auf tun ausgelegter Verstand, und sogar das Ego schaut neugierig um die Ecke und möchte beobachten was nun geschieht, bevor es wieder schlaue Sprüche zugeben kann.

Ich habe jetzt eine Woche hinter mir, in der meine Gefühle wahrlich Achterbahn mit mir gefahren sind. Von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt was da wirklich alles dabei. Ich brauche nicht erwähnen, dass die momentanen Energien wirklich alle alten Themen noch einmal an die Oberfläche holen, damit sie geheilt werden können.

Mit dem sein, was ist bedeutet „einfach“ das zu fühlen, was sich gerade zeigt.

Als wenn das so einfach wäre. Aus dem Grund ist das Einfach oben auch markiert. Denn wenn ich, oder auch du in einem Gefühl von Wut, Trauer, Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Mangel … oder ähnlichen drinstecken, dann ist es wahrlich nicht einfach da zu bleiben und das zu fühlen.

Es gibt eine Schwierigkeit dabei.

Und zwar die Schwierigkeit, das wir immer in einer bestimmten Form funktionieren müssen. Zumindest glaubt das unser Verstand, unser Ego, oder unsere Prägungen. Und zum Teil stimmt das ja auch. Ich kann z.B. mit Tränenüberströmtem Gesicht nicht auf der Autobahn fahren, weil ich nicht klarsehen kann. Wut- und Zornentbrannt andere zu verletzen ist keine Lösung. In Verzweiflung kann ich niemandem Hoffnung und Trost spenden. Du kennst es sicher selber, wenn du in einer solch tiefen Emotion sitzt, ist es schwer dich selbst wieder auf ein neutrales Level deiner Gefühle zu bringen.

Mit dem sein was ist, bedeutet auch die Anhaftung loslassen.

Bisher habe ich ja meist negativ interpretierte Gefühle und Emotionen angesprochen, solche, die uns unangenehm sind, die schmerzhaft sind und meist mit einer Erinnerung aus der Vergangenheit verbunden sind, die wir nicht fühlen wollen. Du hast sicher – so wie ich – lange Zeit diese Gefühle vor dir und der Welt verborgen. Meist aus Scham darüber und wieder aus einer Angst heraus, nämlich der nicht gut genug zu sein.

Wieso kann ich aber so gut mit guten Gefühlen sein?

Alle Hochgefühle, Freude, Herzklopfen, Flow, Happiness – ganz gleich wie du es nennen magst, davon können wie nicht genug bekommen. Du kannst das bestimmt, diese Freude, wenn dir ein Projekt gelungen ist, oder du verliebt bist. Der Moment in dem du dein Kind zu ersten Mal im Arm hältst. Weihnachten, wenn wirklich Frieden ist.

Mit dem sein was ist, aber nicht süchtig hinterherhecheln

Glück, Freude, Liebe als das sind Seinszustände unserer Seele, die wir in einem menschlichen Leben noch kraftvoller etablieren wollen. Dazu braucht es den Gegenpol – die Negativität, die Angst, den Schmerz in all den unterschiedlichsten Ausdrucksformen.

Mit dem sein was ist bedeutet beide Seiten anzuerkennen.

Wenn du es schaffst, die Freude und den Schmerz, die Liebe und die Angst in gleicher Weise anzuerkennen, dann kommst du einem Gefühl nahe, was hinter all dem liegt, was du dir wünschst und was du nicht haben willst.

Es ist eine Art grundloser Freude, die dein Herz in einem Moment berührt, wo du weder mit einem Gefühl bist noch dagegen. Diese grundlose Freude, die ich hier meine, lässt beide Seiten von Gefühlen sein wie sie sind.

Eine falsche Predigt der neuen Prediger

Immer Licht und Liebe, Freude und Heiterkeit, das ist etwas, was in deinem und in meinem menschlichen Leben so nicht funktioniert. So oft wird davon gesprochen dem negativen keinen Raum zu geben, und doch muss ich mich, um in mir Frieden zu finden, mich mit den negativen Gefühlen in mir auseinandersetzen. Ich muss fühlen was da in mir ist. Muss erkennen woher das kommt und was es mit mir macht.

Auch und gerade wenn ich davon ausgehe, dass ich ein geistiges Wesen bin was eine menschliche Erfahrung macht, muss ich erkennen, dass ich hier in der irdischen Inkarnation BEIDE Seiten erleben will, und selbst wenn ich alles Negative in mir erkannt und geheilt habe trotzdem weiter auf einem Planeten mit zwei Seiten als Mensch erleben werde. Außer ich gehe auf direktem Weg zum Ziel (in den Himmel, auf die andere Seite, Zurück, aus diesem Leben heraus).

Mit dem sein was gerade ist schenkt dir Frieden

Wenn du in dir erkennst, das die Gefühle, egal wie stark oder schwach, hell oder dunkel, negativ oder überschwänglich positiv in dir auftauchen, so leise wie sie kamen auch wieder vergehen, geschieht etwas sehr Kraftvolles in dir.

Dies ist nämlich der Moment an dem du spüren kannst, was damit gemeint ist, deine Anhaftung an die Gefühle loszulassen. Es ist der Moment, in dem du in dir bemerkst, dass da etwas ist, was von den Gefühlen nicht berührt wird. Dieser Teil in dir kann zwar die Freude spüren, doch auch erkennen, dass diese Freude aus dir heraus entsteht und auch in einem nächsten Moment wieder vergehen kann.

Mit dem sein was ist öffnet einen neuen Raum

Wenn du bereit bist, auch die Freude und Glückseligkeit wieder gehen zu lassen – die Anhaftung loszulassen – kannst du einen neuen Raum öffnen. Hier begegnet dir die Stille und die Neutralität. In diesem Raum kannst du mit dem sein was ist und du erkennst dich als Beobachter und Handelnder. Du spürst das deine Seele mit etwas Größerem verbunden ist, etwas was dein Verstand und dein Ego nicht greifen können. Etwas was sich auch hier für mich – so wie der ganze Artikel – schwer in Worte fassen lässt.

Und so übe ich mich im Fühlen, im hin spüren und mit dem zu sein was ist. Auch wenn ich manches Mal dem Widerstand in mir direkt in die Hände spiele, so sind es die Momente, in denen ich den neuen Raum betreten kann, die mich tagtäglich mit dem sein lassen was gerade ist.

In Liebe.

Sirut Sabine

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