Warum fällt es uns so schwer um Hilfe zu bitten?

Warum sind wir bereit anderen bis zur eigenen völligen Erschöpfung zu helfen und uns selbst dabei zu vergessen? Meiner Meinung nach hat dies etwas mit Schuld und Scham zu tun. Einem Teil in uns ist es peinlich um Hilfe zu bitten, würde es doch bedeuten, dass ich vor anderen meine eigene Schwäche eingestehen muss.

In unserer Zeit ist alles auf Tun und Vorwärtskommen ausgerichtet, dass viele Körper ausgelaugt sind und auch die seelischen Ressourcen in den Minusbereich absinken. Wir sind so auf Leistungsdruck konditioniert, dass viele diese entstehende innere Leere glauben selbst auffüllen zu müssen, indem sie sich mit weiterem äußeren Tun ablenken.

In diesen Momenten still zu werden würde für viele einer Kapitulation gleichkommen. Einer Kapitulation die nach außen hin einem Versagen gleichkommt und Angst vor Verurteilung nach sich zieht. Die einzige Verurteilung die jedoch stattfindet, befindet sich meist in unserem Kopf und in den Wertvorstellungen, die wir von außen angenommen haben.

Meist zeigen unsere Körper uns sehr früh, wenn es Zeit für eine Ruhepause wäre, doch viel zu oft überhören wir diese noch leisen Hinweise in unserer selbstfabrizierten Hektik. Die Ruhepausen werden aufs Wochenende oder den Urlaub verschoben und man wundert sich dann, wieso keine Ruhe einkehren will.

Wollen doch am Wochenende Partner und Familie unsere volle Aufmerksamkeit, und der Hausputz und die Wäsche wollen auch erledigt werden. Meditation wäre jetzt schön – denkt man sich und fragt gleichzeitig, ob man überhaupt Zeit dafür hat, weil ja noch so viel zu erledigen ist. Und abends kommen dann die Freunde, die bewirtet werden wollen. Wie einfach wäre es doch, wenn man einfach mal einen Termin absagen würde. Doch mit welcher Erklärung, und was würden die Freunde dann denken?

All diese Geschichten sind Vorreiter von weitaus drastischeren körperlichen Auswirkungen, wenn wir nicht bereit sind innerzuhalten. Wenn wir nicht bereit sind die leisen Hinweise wahrzunehmen, muss unsere Seele lauter werden. Und wie könnte sie das am besten – Ja – über den Körper. Doch auch hier sind wir so konditioniert, das wir meist schnell noch zum Arzt gehen und uns etwas gegen die Symptome holen. Doch die Symptome sind nicht die Ursache, denn die liegt ganz woanders.

Die Ursache liegt meist darin, das wir verlernt haben die Sprache unserer Seele zu verstehen. Und unsere Seele spricht eben auch über unseren Körper mit uns. Hier liegt der Schlüssel um in uns hinein zu hören und wenn alleine reflektieren nicht ausreicht, sich ein Gegenüber zu suchen.

Doch dafür müssten wir uns eingestehen, dass wir es alleine nicht schaffen, müssten unsere Kapitulation in Kauf nehmen, uns unsere Schwäche eingestehen und all die dazugehörenden Gefühle fühlen. Viele stecken hier in einem Opfermodus fest, doch es geht nicht darum zu jammern, es geht darum zu erkennen was gerade da ist.

An diesem Punkt kann dann Verantwortung beginnen. Verantwortung uns selbst gegenüber, indem wir einen Freund oder auch eine außenstehende Person um Hilfe bitten. Oft ist es auch hilfreich einfach mal zu beten. Denn Beten bedeutet nichts Anderes als Bitten. Und somit kann unsere Seele uns zu hilfreichen Menschen und Situationen führen, bei denen wir Unterstützung finden.

Bittet und euch wird gegeben – hat uns Jesus gelehrt, und doch wird dieses einfache Gebet so oft missverstanden, nicht allein dadurch das wir im Glauben an einen strafenden Gott erzogen wurden. Dieser Glaube dient einzig unserer Kleinheit und dem Reichtum der Prediger, hat aber mit der Essenz dahinter nicht das Geringste zu tun.

Wenn wir das verstehen, dann fällt es uns leichter auch einmal verletzlich zu sein. Dann können wir uns erlauben nicht alles zu wissen. Dann dürfen wir um Hilfe bitten.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

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© Sirut Sabine Haller

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