Eine neue Reise beginnt

Mit der Geburt unseres Lichtkindes zur Wintersonnenwende liegen neue Wege und Herausforderungen vor uns. So sehr haben wir diesen Moment herbeigesehnt und doch stehen wir hier am Wendepunkt des Jahres, womöglich am Wendepunkt des Lebens und sind von unseren Gefühlen hin und her gerissen. Die Gedanken kreisen unaufhörlich im Kopf und legen ein Tempo an den Tag was schwindlig werden lässt. Hoffnung, Angst, Verzweiflung, Mut, Vorwürfe und neue Ideen jagen in wilder Hatz durch die Windungen des Verstandes und berühren dabei so manch wunden Punkt, der noch unerlöst in uns schlummert. Gefühle werden wachgerufen die an die vergeblichen Versuche erinnern, an das Scheitern in der Schulzeit, als die Stange so hoch lag, das nur wenige sie überwinden konnten. Plötzlich erwischt uns ein Gefühl, was noch garkeinen Namen kennt. Eines was das Herz höherschlagen lässt.

Kann es wirklich Freude sein? Und mit der Frage ist es auch schon vorübergezogen und der Zweifel nimmt erneut Raum. Schaffe ich das überhaupt alles? Sowas habe ich doch noch nie gemacht, woher soll ich denn wissen, ob das mein Weg ist? Die Erinnerungen zeigen Bilder aus vergangenen Zeiten. Aus Zeiten in denen Versuche der Eigenständigkeit unterbunden wurden. Momente in denen andere die Verantwortung übernahmen und uns somit die Chance Fehler zu machen. Fehler sind nicht gut. Das hat uns auch die Schule gelehrt. Wenn du Fehler machst bist du schlecht. Dann wirst du ausgestoßen, andere mögen dich nicht mehr und die Liebe und Zuwendung die du einst erhalten hast verwandelt sich in Hohn und Spott.

Eine Träne nimmt sich Raum und findet ihren Weg deine Wange hinab. Für einen winzig kleinen Moment liegt deine Aufmerksamkeit bei ihr, bei dir, bei deinen Gefühlen, bevor der Verstand das nächste Bild der Niederlage zeigt. Ein Bild vor dem du dich so lange versteckt hast. Ein Bild was du so sehr fürchtest. Allein stehst du da. Allein und verlassen. Mit Schimpf und Schande belegt siehst du, wie die Menschen um dich herum dir den Rücken zudrehen. Sie sprechen über dich, doch nicht mit dir. Niemand spricht mit dir. Sie lassen dich einfach stehen und gehen. Eine Welle der Angst und Hoffnungslosigkeit überrollt dich. Was hast du getan, dass sich nun alle von dir abwenden? Du wolltest doch nur helfen. Hast deine Meinung gesagt, das was du fühltest, was du wahrgenommen hast. Wieso ist das falsch? Was ist an dir falsch? An deinen Gefühlen? Ist doch das richtig, was andere dir sagen? Sie wissen wovon sie reden, sie haben die Erfahrung. Und du? Du stehst hier verlassen und allein, und noch mehr Gedanken drängen sich durch die eh schon verstopften Gänge deines Verstandes. Wild durcheinanderwirbelnd das dir schwindlig wird sie zu beobachten. Du schnappst nach Luft, versuchst durchzuatmen, doch es gelingt dir nicht. Deine Kehle ist wie zugeschnürt. Du glaubst zu schreien, doch der Ton deiner Stimme versiegt.

Es fühlt sich so unwirklich an und doch ist da ein Hauch eines Gefühls, was dich vorwärtstreibt. Etwas was dir Hoffnung zu schenken vermag. Irgendwo in diesem Orkan von Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen ist etwas was wie ein Licht erscheint. Kann es wirklich sein? Kann es da wirklich Hoffnung geben für mich? Jetzt, da du dich fühlst, als ob du von all den Steinen, all den Bauwerken, all dem, was du bisher in deinem Leben für Wahr gehalten hast anscheinend erschlagen und darunter begraben wirst? Die Angst nie wieder das Licht der Welt zu sehen überwältigt dich. Du hast keine Kraft mehr gegen all diese Gedanken, Gefühle und Wahrheiten der anderen anzukämpfen. All das hat doch keinen Sinn mehr. Du sinkst auf deine Knie, faltest deine Hände zum Gebet und lässt dich fallen. Tief hinein in dieses Chaos aus Gedanken, Dunkelheit, Angst und Hoffnungslosigkeit. Das Stimmengewirr in deinem Kopf wird lauter und lauter, du meinst dein Kopf würde zerspringen. Überall nur Stimmen und diese endlos dunkle Schwärze.

Dann, mit einem Mal ist es still. So still, das du meinst die Stille singen zu hören. Es ist ein fremder Ton und doch so vertraut. Etwas in dir erinnert sich. Erinnert sich an diesen Klang. Deine Zellen beginnen zu vibrieren, nehmen den Ton auf und plötzlich fällst du aus dieser tönenden Dunkelheit hinein in einen Pool aus leuchtend warmen Licht. Etwas umhüllt dich sanft wie weiches Wasser. Leuchtendes Wasser trägt dich. Es wiegt dich. Du nimmst einen tiefen Atemzug und merkst wie leicht dir das Atmen fällt. Ich träume doch, kommt es dir in den Sinn und du versuchst deine Augen zu öffnen, doch sie sind offen. Genauso offen wie dein Herz, dein Geist, deine Seele. All die Schwere ist fort und du fühlst dich hellwach und leicht. Dankbarkeit breitet sich in dir aus und du weißt sehr genau was jetzt zu tun ist. Du atmest noch einmal tief durch. Atmest dieses Licht in dich hinein. Möge es alle meine Zellen durchdringen, sagst du wie ein Mantra vor dich hin.

Vor deinem inneren Auge entsteht ein Bild. Ein Bild von deinem Leben. Von deinem neuen Leben, denn das alte hast du ja hinter dir gelassen. Gerade in dem Moment als du glaubtest alles sei verloren, als du dich deinem Sterben hingegeben hattest, wurden all diese alten Erinnerungen vergeben und geheilt. Und nun kannst du klar und deutlich erkennen, wie dein Ziel aussieht. Du siehst die Vollendung eines Herzenswunsches, der schon so lange in dir geschlummert hat. Lange Zeit konntest du dich noch nicht einmal daran erinnern, dass du ihn überhaupt hattest. Doch hier kannst du ihn nun sehen. Und er leuchtet ebenso wie dieses leuchtende Wasser. Alles leuchtet. Du betrachtest deinen Körper, selbst der leuchtet. Ein tiefes Gefühl der Freude durchströmt dich. Zuversicht steigt in dir auf. Hoffnung und Glaube legen sich wie Samt und Seide an dein Herz und du weißt ganz genau, dass dieses Bild, dieser Traum das ist, weshalb du hier bist, weshalb du nicht gestorben bist.

Selbst jetzt versucht dein Verstand noch einmal dir Gründe zu nennen, wieso dieses Bild ein Traum bleiben wird, doch du fühlst dich so kraftvoll, das du ihn beruhigen kannst und zuversichtlich erklärst du ihm, dass ihr gemeinsam auf die Reise dorthin geht. Auch wenn du die Schritte, die dazu not.wendig sind noch nicht kennst, so ist doch deine Abenteuerlust geweckt und du kannst dich schon sehen, wie du Schritt um Schritt diesem erfüllten Traum entgegen gehst. Vieles wird neu sein, was dir auf dem Weg begegnet, anderes kennst du womöglich schon. Du kannst auf deine bisherigen Erfahrungen zurückgreifen, ohne dich dabei in den vergangenen Geschichten zu verirren. In deiner Bereitschaft dem Weg zu folgen offenbart sich dir ein weiteres Bild und du siehst dich im Kreis von helfenden Menschen, die einem ähnlichen Traum folgen. Gemeinsam geht ihr ein Stück des Weges, um dann wieder Abschied zu nehmen. Du erinnerst dich daran, was du schon alles erlebt hast, kannst einst erlerntes nun in deiner Weise verwenden und anerkennen, dass auch gute Ratschläge der Vergangenheit dir hier ihren wertvollen Dienst erweisen. Das Bild deines Lebens trägst du geschützt und geborgen in deinem Herzen, und in den Momenten in denen du zu straucheln scheinst, erinnerst du dich daran, erinnerst du dich an das Gefühl und dein ganzes Sein beginnt zu leuchten.

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