Mit der Angst sein und die Geschenke annehmen

Seit ich mich im Artikel „Die Frage vor dem „Wie?“ mit dem „Ob?“ beschäftige, verlangt mein Körper zunehmend mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Diese drückt sich in Erschöpfung und Müdigkeit aus, der ich mich aber -dank meiner frühen Arbeitszeiten- Mittags auch ohne Schuldgefühle oder ähnliches hingeben kann. Somit schlafe ich ein bis zwei Stunden und wurschtel mich durch den Rest des Tages.

Heute ebenso. Doch als ich am frühen Nachmittag einen Satz von Sabrina Fox „aufschnappte“, rührte sich etwas unter der Lethargie. Sinngemäß hieß es, auch sie würde sich selbst immer wieder beobachten, auf die inneren und äußeren Signale achten, und mit der Frage sein „Was hat das jetzt mit mir zu tun?“. Gut, das ist jetzt nichts Neues für mich, im Grunde gestalte ich mein Leben nach diesem Motto, doch in dem Moment, als ich es hörte, war es eine tiefere Erinnerung, und machte mir deutlich, dass ich mich sehr im Außen verstrickt hatte.

Mit diesem kleinen Funken der Hoffnung macht ich mich auf zu einem kleinen Spaziergang. Der Wind blies mir entgegen und obwohl August, musste ich mit Strickjacke und Schal gehen. Aber das war egal. Der Wind tat gut und mit jedem Schritt folgen Teile der trüben Gedanken davon.

Mit einem Mal fiel mein Blick auf ein Haselnusszweiglein, was vor meinen Füßen lag. Irgendwie schien es zu sagen, nimm mich mit. Ich wusste nicht wieso und wofür, doch ich hob es auf und trug es an meiner Hand mit auf dem Spazierweg.

Wie so oft, wenn ich nur eine kurze Runde laufe führt mich mein Weg zur Ulster. Vorbei an den alten Eichen, die sich mir Schlehe, Weißdorn, Hasel und anderen abwechseln. Zwischen ihnen sind ziemlich gleichmäßig verteilt Holunderbäume. An einem davon blieb ich stehen. „Bitte Großmutter“, sagte ich „Bitte, was kann ich tun? Wie geht es weiter?“ Ich atmete tief durch und ging weiter, meinem Ziel an der Ulster schon sehr nahe.

Der niedrige Wasserstand lies mich bis auf den Grund blicken. Vögel riefen aus der Ferne. Eine Weide lag, ob des ausgewaschenen Ufers quer über dem Wasser. Ich blickte ins Wasser, fühlte das Fließen hörte das Glucksen und Gurgeln. Meine Hand erinnerte mich, dass ich etwas mitgebracht hatte. Ich sah die Haselnüsse. Fünf Stück. Eine Schwarze und vier grüne.

Du musst wissen, auch wie in vielen Märchen beschrieben, ist die Haselnuss auch für mich, in meinem Erleben und Empfinden ein magischer Baum. Und als ich die fünf Haselnüsse nun sah, wusste ich mit einem Mal wofür ich sie mitgebracht hatte.

Ich gab das in sie hinein, was mich im inneren bewegte. Meine Träume, meine Hoffnung, meine Wünsche, meine Liebe, und in die schwarze meine Angst. Im Atmen, Fühlen und Innehalten konnten alle diese Gefühle von meinem Herzen hinein in die Haselnüsse fließen.

Tief berührt blickte ich auf die Nüsse, dankte ihnen und übergab sie dem Fließen der Ulster. Einen Moment blickte ich ihnen nach, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Jeder Schritt dieses Rückweges war mit einem Mal anders, fühlte sich leichter an. Auch der Wind war verschwunden und sanft drang Wärme durch den noch grauen Himmel. Mein Herz wurde weiter und weiter. Wieder an dem Holunder nahm ich sacht einen Zwei zwischen meine Hände und bedankte mich bei Großmutter Holunder, die mir wieder einmal mit ihrem liebevollen und weisen Rat geholfen hatte.

Und so habe ich, ohne es vorher zu wissen, in und mit meiner Angst Geschenke gefunden, die ich im Verdrängen und leugnen nicht entdeckt hätte.

In Liebe.

Sirut Sabine

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© Sirut Sabine Haller

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