Schwanger mit mir selbst

Jetzt bin ich hier im Blog schon eine Weile still. Ich wusste nicht, was das ist, da mir sonst die Ideen und Inspirationen für die Artikel nur so zufliegen. Es ist schwer für mich, diese Stille auszuhalten und doch lasse ich mich darauf ein. Und nun kam doch ein Impuls, eine leise Ahnung von dem was gerade mit mir und in mir geschieht.

Beschreiben lässt sich das am deutlichsten mit einer Schwangerschaft. Angefangen bei der Empfängnis, denn ich kann diese Freude in mir spüren, dass sich da etwas Wundervolles entfalten möchte. Ich kann fühlen, wie dieses mein Leben vollkommen verändern wird, ähnlich wie ich dies vor 28 Jahren fühlen konnte, als ich mit meiner Tochter schwanger war. Auch damals hatte ich nur eine gewisse Vorstellung oder Ahnung, wie es sein würde, ein Kind zu haben, doch ich wusste nicht, wie sich mein Leben damit verändern würde.

Ich hatte alle Vorbereitungen getroffen, alles Nötige besorgt und nun hieß es warten – abwarten. Ich weiß nicht mehr, wie mit welchen Beschäftigungen ich diese neun Monate ausgefüllt habe, ich erinnere mich nur daran, dass ich viel gehandarbeitet habe. Nähen, Sticken, Stricken, all das ging mir schon immer leicht von der Hand. Doch trotz all der Freude, die mir diese Handarbeiten immer gemacht haben, ist es heute anders. Zugegeben, damals hatte ich auch noch TV, einen Mann und habe die Welt mit verschlafenen Augen gesehen.

Heute – heute sehe ich viele anders, habe weder TV noch Mann und selbst meine Tochter ist ausgezogen und lebt ihr eigenes Leben. Versteh mich nicht falsch, all das ist gut und erfüllt mich mit Freude, doch manchmal ist diese Stille, dieses „nicht-Wissen wohin es geht“ anstrengend – oder ungewohnt.

Irgendwie scheinen alle Pläne und Abläufe über den Haufen geworfen. Es fühlt sich manchmal an, als schwebe ich in luftleerem Raum. Und dann ist da der Wald, dem ich all dieses erzählen kann, der mich schützt und trägt. Die Bäume, die mich mit ihrem Grün daran erinnern, dass das Leben weitergeht, und einen Sinn hat. Vor wenigen Tagen noch glaubte ich diesen Sinn verloren zu haben, wollte schon alle HP-Seiten auf „Stand-by“ schalten, weil ich keine Ahnung hatte, wie der nächste Schritt aussehen sollte, geschweige denn wohin er mich führen würde.

Mit dem Bild der Schwangerschaft, macht es nun plötzlich einen Sinn. Auch wenn es nicht einfacherer für meinen Verstand ist, der nach weiteren Erklärungen sucht, so kann ich dennoch in meinem Herzen fühlen, dass diese Schwangerschaft sinnvoll ist. Und da ich nicht wie damals mit einem Kind schwanger bin, sondern mit mir selbst, kann ich doch Ähnlichkeiten erkennen. Vielleicht verändern sich die Interessen mit den Jahren, oder Jahrzehnten. Der Körper kommt nicht mehr ganz so schnell hinterher.

Mein Herz, meine Seele lassen mich einen gefühlten Blick auf das werfen, was sich gebären möchte, doch der Verstand und meine innere Ungeduld wollen nicht warten. In dieser Ungeduld vergesse ich dann, dass auch ich den Fluss nicht anschieben, oder das Gras nicht ziehen kann, damit es schneller wächst. Und wenn ich in meinen Spaziergängen dann am Fluss stehe und dem Fließen, gurgeln, schwappen und plätschern zusehe, dann fühle ich, dass alles richtig ist, so wie es ist. Dann vergesse ich Raum und Zeit und meine nach zwei Stunden Waldspaziergang es sei gerade mal eine halbe Stunde gewesen.

Vielleicht sind diese Zeiten in der Natur das Babyturnen, oder die Geburtsvorbereitungen, was ich damals zur Geburt meiner Tochter nicht hatte. Wer weiß das schon. Ich habe das Gefühl, das gerade wo ich diese Worte schreibe, mein inneres Kind neben mir auf dem Tisch sitzt und fröhlich und glücklich lacht über das, was hier geschieht. Es fühlt sich gerade so gesehen, so angenommen, so freudig, dass mir die Worte fehlen das zu beschreiben.

So viel geschieht momentan in der Welt, so viele Energien fluten täglich mein System und das von allen anderen und von Mutter Erde, das auch mir es manchmal schwerfällt, diese zu sortieren. Doch im Grunde meines Herzens ist tiefer Frieden, unendlich weite Stille und ein Gefühl des „Ja, so darf es sein.“

Es könnte ja durchaus möglich sein, das ich dem Ende der Schwangerschaft schon sehr nahe bin, und die Geburt bald bevorsteht. Wer weiß, vielleicht ist die Niederkunft ja zwischen meinem (10.7.) oder dem Geburtstag meiner Tochter (12.7), da ist noch Raum.

Wie dem auch sein, und wann auch immer, ich freue mich, auch wenn ich nicht weiß, wie es dann sein wird, oder was dann sein wird.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

Bist du bereit für den nächsten Schritt ?

Wenn du Fragen und Anregungen für mich hast, schreibe sie doch einfach in den Kommentar, denn nur so kann ich erkennen was dir wichtig ist und ob der Beitrag wirklich unterstützend für dich ist.

© Sirut Sabine Haller

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2 Kommentare zu „Schwanger mit mir selbst

  1. Das hast Du sehr schön beschrieben. Mir gefällt diese Vorstellung mit der Schwangerschaft und Geburt in diesem Sinne immer mehr. Demnach fühle ich mich aktuell im 9. Schwangerschaftsmonat ganz kurz vor der Geburt. Und die Geburt ist unumgänglich, Ängste hin oder her. Es gibt kein zurück. Und das ist gut so. 😉
    Sorge einfach gut für Dich in dieser „Vorbereitungs-Zeit“, lasse es Dir gut gehen und geniesse die Ruhe und Stille ehe das „Babygeschrei“ (in welcher Form auch immer“ losgeht. 😉
    Herzliche Grüße,
    Ulla (ja der Name, das ist wohl noch in der Schwangerschaft. 😀 )

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