Meerschaumwellen am Strand

Langsam zieht der Abend herauf. Ich schaue aus meinem Fenster. Sehe gehetzte Gesichter. Menschen, die noch dieses und jenes wollen. Oberflächliche Rollenspiele, die tief in den Zellen ihre Macht ausüben. Frauen, die um zu gefallen, alle Teile ihrer Schönheit verlieren. Männer, die sich kraftvoll zeigen, hinter der Maske jedoch ein verängstigtes Kind erscheint. Täter und Opfer. Oder Opfer und Täter? Rollen, die seit so langer Zeit schon in uns wirken, das wir nicht einmal mehr bemerken, welcher Schmerz uns gerade berührt. Ist es Trauer? Wut? Scham? Verzweiflung? … So viele verborgene Gefühle. So viel nicht gesehener Schmerz. Ich meine mir blutet das Herz, wenn ich den Schmerz hinter den Masken wahrnehme. Auch hinter den Masken, die mir mein Ego noch aufdrängt. Es ist ein anspruchsvoller Weg, dem Ego zu begegnen. Ein Weg der von Moment zu Moment meine volle Aufmerksamkeit UND Achtsamkeit verlangt. Mir selbst gegenüber. Meinem Herzen gegenüber. Immer auf der Hut, nicht vom Ego und seinen Spielchen überrascht zu werden. … Angst steigt in mir auf. Angst davor in der Leere zu vergehen. Angst, mich in der Leere so geborgen zu fühlen, wie ich es schon so lange nicht gefühlt habe. Ein Hauch von Hoffnung steift mich. Gibt mir Kraft, schenkt mir Mut, mich dem allen hinzugeben. Ich habe keine Lust mehr irgendwelche Rollen zu spielen. Ich habe keine Kraft mehr den Erwartungen von irgendwem zu entsprechen. Ich fühle mich leer, immer wieder den antrainierten Wertvorstellungen und Maßstäben gerecht werden zu müssen. Mein eigener Kritiker verlangt schon so lange so viel von mir. … Ich will endlich loslassen. All diese Rollen abstreifen, wie ein altes Kleid. Das Ballkleid, die Hausfrauenschürze, das Aschenputtelgewand, die Starke, die Führsorgliche, zugegeben sie sind ein Teil von mir, doch sie sind nicht ich. Doch wer bin ich? Wer bin ich tief in meinem Herzen? Weit weg von all dem äußeren Tand? … Ein Bild schiebt sich in mein Sein. Meeresschaum, der in sanften Wellen an einen unberührten Stand spült. Leise rauscht der Wind. Sanftes Flüstern der Wellen durchdringt die Stille. Und ganz weich schiebt sich die nächste Welle den Strand entlang. Ohne Erwartung. Ohne Aufgaben oder Pflichten. Einfach nur so. Einfach aus dem Sein und aus dem Nichts heraus. Ich schmecke das Salz auf meinen Lippen. Habe Sehnsucht. Lasse mich fallen. Atme tief hinein in dieses lichte klare Bild von den Meerschaumwellen am Stand.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst. Lass die Freude deines Herzens dein Kompass sein!

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© Sirut Sabine Haller

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