Element Erde – Norden – MODHRO – YULE

Der kürzeste Tag und die längste Nacht – Im Rad des Lebens die Zeit von Tod und Geburt

In dieser dunkelsten und kalten Jahreszeit ziehen wir uns automatisch zurück ins Warme, in die Geborgenheit unseres Zuhauses, unserer eigenen Höhle. Der äußere Rückzug symbolisiert gleichzeitig einen inneren Rückzug, wir schauen auf unser Leben, auf das vergangene, und auf das, was das nächste Jahr bringen wird.

Dies ist die Zeit des Alters, die Zeit des Vergehens und Sterbens. Wir gehen zurück zur Erde, aus der wir entstanden sind, wir geben uns – unseren Körper – hin, um neues Leben zu ermöglichen. Auch im Innen darf nun altes und verbrauchtes Sterben, damit neues geboren werden kann, denn nur aus dem Tod erwächst neues Leben. Wie ein alter Bär, der sich in die Berge, in seine Höhle zurückzieht um zu sterben, damit eines Tages – in eben dieser Höhle – ein neuer Bär geboren werden kann.

Für uns Menschen steht die Höhle symbolisch für den Körper unserer Mutter (MODHRO=Mutter), für die Gebärmutter, in der wir geborgen und geschützt darauf warten in diese Welt zu kommen. Von unserer Mutter getragen und genährt liegen wir wohlig warm zusammengekuschelt in ihrem Bauch und wissen nichts von der Welt, nur unsere Seele kennt unseren Lebensplan. Da sind keine Erwartungen, da ist nur bedingungsloses hingeben der Liebe.

Unsere erste große Aufgabe erwartet uns, und auch unsere Mutter, unsere Eltern – die Geburt. Und so wie eine werdende Mutter in den Geburtswehen liegt, können wir in jedem Alter, mit jeder Veränderung, mit jedem weiteren Erwachen unserer Seele „in den Wehen liegen“, bis das Neue sich nun endlich zeigt und angenommen werden darf.

Das Kind ist geboren, heißen wir es Willkommen, zündet Kerzen an und lasst uns feiern.

Jede Station im Leben und im Lebensrad hat einen leichten Beigeschmack dieser. Mit jedem größeren Entwicklungsschritt wir die vorangegangenen Phase oder Ebene sterben. Sei es der Kindergartenbesuch, der Schulbeginn, die Pubertät, der Eintritt ins Erwachsenenalter, Berufswahl, und so weiter; jeder dieser Schritte wird begleitet von neuen Ideen (Geburt) und dem Sterben des Alten. In jedem Schritt, den wir in unserem Leben nach vorne gehen, wir etwas Altes zurückbleiben. Viel zu oft allerdings sind wir nicht bereit, das Alte wirklich loszulassen. Wir klammern uns daran fest, aus Angst vor dem Neuen und in der Hoffnung, dieser Abschnitt würde nie vergehen. Da das Leben an sich jedoch immer Veränderung IST, tun wir gut daran, das Loslassen so früh als möglich zu lernen. Wie ein Kind irgendwann die Hand der Mutter loslassen muss um alleine zu laufen, liegt es in unserer Verantwortung alte und ausgediente Muster und „Krücken“ loszulassen, wenn wir uns weiter entwickeln wollen. Somit gehört der Tod zu jedem Tag in unserem Leben. Mit ihm als Begleiter an unserer Seite können wir nicht festhalten. Wir wissen dann, das Loslassen und sterben lassen der einzige Weg ins Leben ist.

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Jahreskreisfest MODHRO – YULE – Weihnachten

Zur dunkelsten Zeit des Jahres, am 21. Dezember feiern wir die Mutter (Modhro) und die Rückkehr des Göttlichen Kindes, des Mabon, des Sohnes des Lichts, der wiedergeborenen Sonnwend-Sonne, die die Erde wieder wärmen und Licht und Leben zurückbringen wird. Das Rad des Jahres dreht sich über den Tod hinaus und bewegt sich auf neues Licht und neues Leben zu. Die Wiederkehr und Neugeburt der Sonne war nicht nur für die alten Kelten ein sehr wichtiges Fest. Die lange Zeit der Dunkelheit neigt sich dem Ende zu. Die Hoffnung auf neues Leben wird in der nun langsam steigenden Sonne wieder sichtbar. Gewiss, der Winter war noch nicht vorüber, doch die Hoffnung war gestärkt. Schon in vorchristlicher Zeit wurden zum Gedenken an den Kreislauf der Sonne und der Natur Immergrüne Zweige und Bäume im Haus aufgestellt und mit dem geschmückt, was gerade da war. Im christlichen Jahr erinnert die Geburt Jesu in dieser Zeit daran, dass neues Leben in der dunkelsten Nacht geboren werden kann, und mit dem Weih(e)Nacht(s)Baum an diese Tradition. Wie du siehst, habe ich zu diesem Fest fast ausschließlich vom Kind und vom neuen Leben gesprochen. Nun habe auch ich meinen glaubensgeprägten Hintergrund, doch ich möchte noch anmerken, dass die Mutter hier beinahe wichtiger ist. Denn ohne die Mutter gäbe es kein Kind. Weder das Jesuskind noch die Sonne würden ohne Mutter ins Leben zurückkehren. Somit dürften wir endlich einen weiteren Aspekt zu diesem Fest hinzufügen, nämlich die Würdigung und Lobpreisung der Mutter. Der Göttlichen Mutter ebenso wie den unzähligen Müttern der Erde, die gerade mal einen kleinen Ehrentag im Jahr bekommen.

Entwicklungs-Verletzungen die hier verborgen liegen können

Ungewolltes Kind – das Kind als „Unfall“ – Verlust des Urvertrauens, da die Mutter das Kind nicht annehmen kann – ANGST vor dem Tod – Genährt sein – Annehmen – Geborgenheit – Urvertrauen

Das eigene Sterben steht im Vordergrund und somit die Frage nach einem Leben nach dem Tod. Stärker als auf der Position der Ahnen sind wir hier mit dem Tod konfrontiert. Hier wird ein Glaube von uns eingefordert, mit Fragen, die sich erst im Hinübergehen beantworten lassen können. Doch auch die Geburt des Lebens wird durch diese Station angezeigt und vermag uns damit noch tiefer mit den Kreisläufen des Lebens zu verbinden. Im unerschütterlichen Vertrauen erlebt das Neugeborene eine Welt die in dieser Zeit nichts als die Mutter beinhaltet. Der Säugling ist vollkommen auf die Mutter bezogen und von ihr abhängig. Der Verlust dieser mütterlichen Zuwendung ist für das Kind gleichbedeutend mit dem Tod. Nicht nur über die Nahrung, sondern eben auch über die Zuwendung an Liebe verinnerlicht der Säugling „Ich bin, was man mir gibt.“ Somit weiß man Heute, das dieses kleine Bündel kein unwissendes Ding ist, sondern sehr wohl alles um sich herum registriert, vor allem auf einer tieferen seelischen Ebene. Wird dem Wunsch nach Nähe und Nahrung nicht nachgekommen, verwandelt sich im Säugling das verlorengegangene Urvertrauen in eine Welt aus Geborgenheit und Fürsorge, zu einer tiefen Existenzangst. Das nicht genährt sein kann sich letztendlich in Reizhunger, Gier, Leere-Gefühle und Urmisstrauen verwandeln.

Ich hatte das Glück während meiner Mutterschaft Zuhause zu sein, sodass meiner Tochter die schmerzhafte Erfahrung vieler Kinder der heutigen Zeit erspart blieb – das Abgeschoben werden in einen Kinderkrippe. Das Wort „Abgeschoben“ mag sich hart anhören, doch in wie vielen Kindheitserinnerungen verfestigt es sich als schmerzhaftes Gefühl? Unsere auf Technik, Fortschritt und Konsum ausgerichtete Gesellschaft beschneidet damit unseren Zugang zum inneren Kern des Menschen und Gefühle zeigen sich nur noch in platten TV-Serien, und da auch nur oberflächlich und gespielt. Der Weg sollte wieder zu einer nährenden Mutterschaft und –freude hinführen, in der sich auch die Mütter und Frauen als das erleben können, was sie in dieser Zeit wirklich sind, ohne den Hintergedanken, das eine längerfristige Mutterschaft den Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet. Das ist nur ein Beispiel, doch die seelischen Verletzungen, die hierdurch entstehen, wirken sich auf die gesamte Entwicklung aus.

Erste Inspirationen für dein Loslassen

Ich lasse los …

… die Angst eine schlechte Mutter zu sein

… den Schmerz darüber, von meiner Mutter nicht geliebt zu werden

… die Wut von Gott verstoßen worden zu sein

… die Angst in einer kalten Welt zu verhungern

Mögen alle Wesen sich an die Liebe in ihrem Herzen erinnern und wieder glücklich sein.

In Liebe. Deine Sirut Sabine.

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2 Kommentare zu „Element Erde – Norden – MODHRO – YULE

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