Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.

Mit diesem Satz im Kopf begann heute mein Tag. Ich habe die Tagesbotschaften auf mehreren Seiten gelesen und der Grundgedanke dahinter war jedes Mal der gleiche – die Schuldzuweisung an andere und somit bewusst oder unbewusst eben auch sich selbst gegenüber.

In meinem Beitrag Welche Strategien hast du um bestimmte Dinge zu tun – oder eben nicht zu tun? vom 20.07. habe ich über die Strategien meines Denkens und Handeln geschrieben, die mich dazu bringen zu rauchen oder eben nicht zu rauchen. Dieses Reflektieren hat schon eine Menge in mir bewirkt, doch die Erkenntnis der Selbst-ver-Ur-Teilung erwischte mich eben heute wie ein kalter Schlag ins Gesicht.

Wie sehr ver-Ur-Teile ich mich doch leise oder laut, das ich immer noch rauche! Und nicht nur das, ich bestrafe mich auch gleich selbst, indem ich mir mit dem Griff zur Zigarette wieder etwas vermeintlich Schlechtes zufüge.

Es ist erstaunlich, wie stark diese Regeln von Gut und Schlecht in meinem Inneren verankert sind. Dabei weiß ich gleichzeitig, dass das Rauchen mir persönlich nur so viel Schaden zufügt, wie ich bereit bin daran zu glauben. Wenn ich meine Selbst-ver-Ur-Teilung nun mit Angst- und Schuldgefühlen beladen würde, hätte ich sicherlich wie manch anderer schlimmen Husten oder die ganzen anderen „Nebenwirkungen“ die dem Rauchen nachgesagt werden. Doch die habe ich nicht.

Meine Aufmerksamkeit kreist momentan einfach um den Satz „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“ Und um all diese Ver-Ur-Teilung-en im Großen und Kleinen, im Außen und Innen.

Es scheint hier beinahe egal zu sein, in welche Richtung ich schaue, überall findet diese Ver-Ur-Teilung statt. Der verdient besser als ich! Die Partei macht auch nur leere Sprüche! Der Staat kümmert sich nicht! Schau mal, die neue Freundin unseres Nachbarn, wie die Ausschaut! In der nun geschlossenen Pizzeria haben die doch auch nur Geld gewaschen!….. dies könnte bis zum Sankt Nimmerleinstag fortgeführt werden. Und mit jeder von diesen Aussagen, ver-Ur-Teile ich nicht nur die anderen, sondern auch mich selbst.

Wenn ich – vielleicht nicht in dem Moment wo ich es sage – aber dafür doch im Nachhinein darüber reflektiere und dabei wirklich ehrlich mit mir bin, kann ich auch meine Selbst-ver-Ur-Teilung darin erkennen. Denn wer von uns ist wirklich noch so unschuldig wie ein Kind, um ohne Schuld zu sein? Ein jeder trägt die eine oder andere, größere oder kleinere Schuld mit sich – immer noch – obwohl es sicher schon mehr als genug Möglichkeiten der Vergebung gegeben hat.

Somit möchte ich dich einladen, dir vielleicht wie ich auch ein kleines neues Mantra zuzulegen: „Wer frei ist von Schuld, der werfe den ersten Stein.“ – um in jedem Moment aufmerksam der Beschuldigung anderer und der eigenen gegenüber zu sein. Aber ACHTUNG – ver-UR-Teile dich nicht, wenn du einmal nicht daran denkst, und es doch tust. Dafür sind wir Menschen, dafür lernen wir und wir können einfach dankbar sein, für die Erfahrungen die wir machen dürfen. Auch wenn das heißt, die Ver-UR-Teilung etwas zeitverzögert wahrzunehmen. Die Hauptsache ist, das ich sie überhaupt wahrnehme.

Mögen alle Wesen sich an die Liebe in ihrem Herzen erinnern und wieder glücklich sein.

In Liebe. Deine Sirut Sabine.

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