Aufmerksamkeit – oder das Bedürfnis Gesehen zu werden

Da ist es wieder – das altgehasste und doch immer wieder aktuelle Thema der inneren Schatten. In Die Verkleidungen des Ego habe ich ja schon erwähnt, dass die Schattenthemen immer subtiler an die Oberfläche drängen, je mehr wir von ihnen „bearbeiten“. Wichtig in dieser Prozedur ist einfach unser Wille hinzuschauen um den Schatten als solchen auch zu erkennen.

Ich z.B. habe mit einigen Personen in meiner Familie immer wieder Reibungspunkte. Da werden Knöpfe gedrückt und Emotionen aus heiterem Himmel an die Oberfläche gespült. Da stehst du dann in einem scheinbar neutralen Moment, eine Person kommt hinzu und plötzlich kocht es in dir vor Wut.

Zugegeben, in dieser Wut ist es schwer, den Schatten zu erkennen. Doch zum Glück ist unser Denken und Fühlen so ausgestattet, das wir auch wenn die Situationen vorüber sind noch einige Tage später daran erinnern können. Wichtig ist dabei nur, für die Impulse und Anregungen unserer Seele offen zu sein und nicht wieder in die Wut hineinzufallen.

Fühlen wir doch einfach mal die Wut die in uns aufsteigt. Tief aus unserem Inneren beginnt sich dieses Feuer auszubreiten. Es scheint, als ob der Körper von innen her brennt und uns im Satz „Die Wut steigt und in den Kopf“, mit glühend rotem Kopf dastehen lässt.

In diesem Moment heißt es erst einmal einfach nur atmen und fühlen. Und dann, ganz leise, können wir durch das Rauschen des Feuers hindurch eine feien Stimme in unserem Inneren wahrnehmen:

  • Wo verhältst DU dich ebenso?
  • In welchen Situationen drängst DU dich in den Vordergrund?
  • Wieso hast DU Angst nicht gesehen zu werden?
  • Wie gebärdest DU dich um die Aufmerksamkeit der anderen auf dich zu lenken?
  • Was willst DU -an dir- nicht sehen?
  • Wieso willst DU DICH nicht sehen?
  • Atmen – Fühlen – und auf die Worte im Inneren lauschend wird die Wut ruhiger und Erkenntnis stellt sich ein.
  • Atmen – Fühlen – Loslassen – und anerkennen, das der Andere uns als Spiegel so wundervoll etwas von unserem Inneren gezeigt hat.
  • Atmen – Fühlen – Loslassen – und das Herz öffnen für die Kraft und die Liebe die hinter all dem liegt.
  • Atmen – Fühlen – Loslassen – Öffnen – für die Liebe und die Bereitschaft, uns selbst gegenüber Liebevoll und Aufmerksam zu sein.

Paul Ferrini schreibt in Dein Leben heilen

Vergebung erfordert Bewusstheit und Korrektur. Zunächst erkennst und korrigierst du deine Urteile, und dann vergibst du dir dafür, sie gefällt zu haben. Die Korrektur jedes Urteils besteht in der Erkenntnis: „Es geht hier nicht um dich. Es geht um mich.“ Genau das bedeutet es, die Verantwortung für das Urteil zu übernehmen und es zurückzunehmen. Dann fragst du dich: „Wo liegt die Verletzung unter diesem Urteil? Inwiefern spiegelt mir mein Gegenüber etwas wider, das schmerzhaft für mich ist?“

Würdest du dich in diesem Moment sicher und geschützt fühlen, würdest du nicht urteilen. Also fragst du dich: „Inwiefern fühle ich mich ängstleich oder unsicher? Wo muss ich mir selbst Liebe und Akzeptanz entgegenbringen?“

Dieser Prozess der Bewusstwerdung, Korrektur und Vergebung ist essenziell, wenn du lernst, Verantwortung für deine Gedanken, Worte und Taten zu übernehmen. Da wir alle projizieren und da wir alle urteilen, müssen wir alle lernen, uns unsere Urteile einzugestehen, damit wir sie richtigstellen und uns und anderen vergeben können. Das wird zu einer täglichen Übung, ja zu einer Übung in jedem einzelnen Augenblick.

Zu korrigieren und zu vergeben bedeutet, zu heilen und die Verbindung mit dem Kernselbst in dir und in anderen wiederherzustellen. Das bedeutet es, wirklich die Verantwortung für deine Gedanken, Worte und Handlungen zu übernehmen.

In Liebe.

Sirut Sabine

ALLES ist mit allem verbunden, eingebunden in das Große Muster der Welt. Nur du selbst kannst herausfinden, wo dein Platz ist und wie du ihn voller Freude ausfüllen kannst.

Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen Weg zu erkennen um ihm zu folgen.

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© Sirut Sabine Haller

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